Ein Fotograf schleicht sich in die verseuchte Zone von Fukushima – und macht diese unheimlichen Aufnahmen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Fukushima war die schwerste Nuklearkatastrophe seit Chernobyl.

Am 11. März 2011 kam es in der Bucht der japanischen Insel Honshu zu einem Erdbeben, das das Atomkraftwerk Fukushima Daichi massiv beschädigte. Kurz darauf folgten mehrere Explosionen, die auf eine mangelhafte Kühlung der Reaktoren zurückgingen.

Es kam zu einem atomaren Vorfall, der ein über 20 Kilometer weites Gebiet schwer kontaminierte. Alle Menschen, die sich in dieser Zone befanden, wurden sofort evakuiert.

Das Betreten der "Roten Zone" ist illegal

Jetzt, sechs Jahre nach der Katastrophe, hat sich der junge Fotograf Keow Wee Loong in die sogenannte "Rote Zone" geschlichen und dokumentiert, was von dem Katastrophengebiet noch übrig ist.

Eigentlich ist das Betreten der kontaminierten Zonen illegal, denn das Gebiet ist von der japanischen Regierung streng abgeriegelt.

Nach der Katastrophe sind die verstrahlten Gebiete um Fukushima in Zonen aufgeteilt worden. Die Zone, wo die Caesium-Kontaminierung am höchsten ist, hat die Farbe rot. Hier wurden 3 bis 30 Millionen Becquerel pro Quadratmeter (Bq/m2)
gemessen.

Die Zone in der die Fotos entstanden, stammen aus der sogenannten "Grünen Zone" und nicht, wie der Fotograf behauptet, aus der am stärksten versuchten Zone. Dies belegen inzwischen auch Experten. Dennoch sind die Fotos nicht weniger beeindruckend.

Zum Vergleich: Nach der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl war sogar Deutschland kontaminiert worden. Das südliche Bayern war damals am stärksten kontaminiert worden. Dort hatte man seinerzeit bloß 10.000 bis 40.000 Bq/m2 gemessen.

Beklemmende Fotos einer Geisterstadt

In Fukushima machte Keow Wee Loong nun Bilder einer Geisterstadt, die bedrückend und bedrohlich sind: In den Geschäften ist seit der Katastrophe niemand mehr gewesen. Selbst die Getränkeautomaten und Lebensmittelregale sind noch gefüllt.

fukushima
Die Supermarktregale sind immer noch prall gefüllt. Doch genießbar ist hier nichts mehr. Credit: Keow Wee Loong

Die Menschen mussten so abrupt evakuiert werden, dass sie nicht mal ihre fertige Wäsche aus der Maschine nehmen konnten.

Die Strahlung in der Grünen Zone ist immer noch sehr hoch, auch das ist vielleicht der Grund dafür, dass die Geschäfte und Wohnhäuser noch nicht geplündert worden sind.

Weitere, unheimliche Aufnahmen des Fotografen seht ihr im Video oben.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(lm)