Wissenschaftler haben ein neues beunruhigendes Anzeichen für Depressionen entdeckt

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Die Anzeichen für Depression sind vielfältig | iStock
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Niedergedrückte Stimmung, Selbstzweifel und ein Gefühl von Leere: Diese Symptome beschreiben Menschen, die unter Depressionen leiden, immer wieder. Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass es auch äußere Anzeichen gibt, die auf die Krankheit hinweisen können.

Häufig sind vermeintliche banalste Aktivitäten für Menschen mit Depressionen eine große Anstrengung. Dies berichtet die WHO (Weltgesundheitsorganisation) in einem Informationsblatt von 2017.

Depression und mangelnde Körperpflege können in Zusammenhang stehen

Tatsächlich scheint ein Zusammenhang zwischen mangelnder Körperpflege und Depression zu bestehen. So kann zum Beispiel allein der Gedanke daran, sich die Haare zu kämmen, für die Betroffenen ein unüberwindliches Hindernis darstellen.
Das bestätigt der Wissenschaftler für Psychologie und Psychatrie Dr. Simon A. Rego vom Albert Einstein College of Medicine in New York.

“Es gibt da ein breites Spektrum. Wenn wir unsere physische Gesundheit und unsere Erscheinung vernachlässigen, wird dies aber nur problematisch, wenn es im Zusammenhang mit psychischer Not oder Dysfunktionalität steht”, sagte er dem Online-Magazin “Prevention”.

Nicht bei jedem Menschen führt eine Depression zwangsläufig zu einer verminderten Körperpflege. Ein Zusammenhang zwischen Körperpflege und Depression scheint Rego zu Folge dennoch erwiesen zu sein.

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Eine Untersuchung in den USA von 2014 zeigt:Von mehr als 10.000 Menschen litten 61 Prozent mit schlechter Zahngesundheit aufgrund mangelnder Hygiene unter Depressionen.

Kleinigkeiten benötigen plötzlich größten Kraftaufwand

Antriebslosigkeit, ein von Ärzten häufig beobachtetes Symptom bei depressiven Patienten, führt oftmals zu einem Verlust der täglichen Routine.

Manchmal stellen schon einfachste Handlungsabläufe einen zu großen Kraftaufwand für den Erkrankten dar.

Dazu kann unter Umständen auch die tägliche Körperpflege zählen. Wer sich innerlich schrecklich fühlt, dem ist es auch nicht so wichtig, wie sein äußeres Erscheinungsbild ist.

Dabei ist für Patienten mit Depression neben einer Behandlung durch einen Arzt besonders die tägliche Routine wichtig. Je “normaler” der Tagesablauf aussieht, desto eher hat ein Erkrankter die Möglichkeit, wieder in seinen Alltag zurückzufinden, sagen die Experten.

“Ein Individuum in einer leichten depressiven Episode wird einige Schwierigkeiten haben, mit seiner normalen Arbeit und sozialen Aktivitäten fortzufahren. Trotzdem wird es nicht vollständig aufhören zu funktionieren", heißt es in dem Infoblatt der WHO.

Was Aussenstehende und Betroffene nicht in Betracht ziehen: die nachlässige Körperhygiene kann der Antriebslosigkeit zugrunde liegen, die wiederum ein Symptom von einer depressiven Phase ist. Bei Anzeichen wie diesen, sollten die Betroffenen sich daher einem Facharzt anvertrauen, sagen die Ärzte.

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