US-Präsident Trump zieht die USA in einen weiteren Krieg - und keiner spricht darüber

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DONALD TRUMP
US-Präsident Trump zieht die USA in einen weitere Krieg - und keiner spricht darüber | Carlos Barria / Reuters
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Das politische Amerika spricht derzeit vor allem über zwei Dinge: Das Obamacare-Fiasko von Donald Trump und seine möglichen Verbindungen nach Russland.

Doch anders, als man vielleicht erwarten würde, kommt das dem US-Präsidenten nicht ungelegen. Denn so bekommt kaum jemand mit, dass er das Land heimlich, still und leise in einen neuen Krieg hineinzieht.

Das jedenfalls behauptet Chris Murphy, US-Senator für den Bundesstaat Connecticut.

Denn Trump habe unbemerkt von der Öffentlichkeit die Präsenz der amerikanischen Truppen in Syrien dramatisch vergrößert, schreibt Murphy in der Huffington Post USA.

Die Amerikaner hätten ein Recht zu wissen, was Trump plane, sagt Murphy. Vor allem, wenn ein Konflikt drohe, den Murphy als ähnlich schwerwiegend einschätzt wie den Irakkrieg.

Unbemerkt Truppen verlegt

Trump schickte, während das ganze Land auf seine Obamacare-Pleite schaute, 500 amerikanische Soldaten nach Syrien, berichtet Murphy. Angeblich, um den Kampf gegen die Terrormiliz IS in der Stadt Rakka zu unterstützen. Doch das sei erst der Anfang. Laut Murphy seien verschiedene Experten überzeugt, dass Trump demnächst hunderte weitere Soldaten nach Syrien schickt.

Damit befänden sich die USA dort de facto in einem Bodenkrieg.

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“Diese Entwicklung stellt ein signifikantes Risiko mit dem Potenzial für eine Katastrophe für die USA und die Zukunft von Syrien und den Mittleren Osten dar”, schreibt Murphy. Er ist klar gegen den Einsatz von US-Truppen in Syrien, denn die würden Fehler wiederholen, die die USA im Irakkrieg gemacht hätten.

Es sei falsch zu denken, "dass wir politische Stabilität nur mit einem Gewehrlauf erzwingen können”.

Ein neues Afghanistan

Murphy fürchtet, dass die US-Truppen in Syrien “unverzichtbar” für den Kampf gegen den IS werden könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Soldaten dann vor Ort bleiben müssten, sei sehr hoch. Das gleiche sei auch schon in Afghanistan und dem Irak passiert.

Außerdem bezweifelt der Senator, dass Trump neben der militärischen eine politische Strategie für Syrien hat. Murphy bezieht sich dabei auf ein Gespräch, das er mit dem US-Außenminister Rex Tillerson kürzlich geführt hat. Der habe zwar einen groben militärischen, aber keinen diplomatischen Plan für Rakka präsentiert.

"Ohne politischen Plan ist ein militärischer Plan nutzlos"

“Ohne einen politischen Plan für die Zukunft von Rakka ist ein militärischer Plan quasi nutzlos”, kritisiert Murphy. Natürlich sei es ein Sieg, den IS aus Rakka zu vertreiben. Aber wenn es keinen langfristigen Plan für die Zukunft der Stadt und die Konflikte dort gebe, dann würde der IS das ausnutzen und schnell wieder zurückkommen.

“Wir sollten im Irak, in Afghanistan und in Libyen gelernt haben, dass ein militärischer Sieg ohne nachfolgenden Plan überhaupt kein Sieg ist”, schreibt er. “Es ist unglaublich, aber wir sind kurz davor, diesen Fehler schon wieder zu machen."

Murphy fordert den Kongress auf, dem US-Präsidenten endlich Fragen zu Syrien zu stellen - so würden die Amerikaner wenigstens erfahren, was er vorhat. Damit hätte die Heimlichtuerei ein Ende.

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(mf)

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