"In den kühnsten Träumen nicht vorstellbar": Die ersten Reaktionen auf die Saarland-Wahl

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Die CDU hat bei der Landtagswahl im Saarland einen Sieg eingefahren: Laut ersten Hochrechnungen hat die Partei ihre Machtposition im Bundesland ausgebaut. Sie landet überraschend bei 41 Prozent (Den Jubel der Partei seht ihr oben im Video).

Die SPD bleibt dagegen hinter den Erwartungen zurück, die Sozialdemokraten erreichen 29,5 Prozent.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich über die Höhe des Wahlergebnisses für ihre Partei überrascht gezeigt. "Dass es so deutlich ausfällt, das habe ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können", sagte sie am Sonntagabend.

Der Generalsekretär der saarländischen CDU, Roland Theis, sieht im Ergebnis einen "beeindruckenden Vertrauensbeweis" für Ministerpräsidentin und CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer. Das Ziel, stärkste Kraft zu werden, habe man mit Abstand vor der SPD erreicht, sagte er.

"Ich glaube, die Saarländerinnen und Saarländer haben ihren Willen zum Ausdruck gebracht, dass diese große Koalition, die gemeinsam erfolgreich war, fortgesetzt wird", sagte Theis.

Der Fraktionsgeschäftsführer der Union im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, sieht den Wahlerfolg als Bestätigung für die Politik der CDU im Bund im Allgemeinen. "Das ist für uns natürlich ein ganz toller Start ins Wahljahr", sagte er am Sonntagabend.

Er fügte hinzu: "Seriöses Regieren zahlt sich aus."

Schulz: "Da gibt es nichts zu beschönigen"

Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz räumte die Niederlage seiner Partei ein. "Da gibt es nichts zu beschönigen", sagte er in der ARD am Sonntag. Das Ziel sei aber weiterhin, einen Machtwechsel im Bund bei der Bundestagswahl im September zu schaffen.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat seine Partei aufgerufen, in den bevorstehenden Wahlkämpfen um jede Stimme zu kämpfen. Für die folgenden Wahlen gelte: "Wir müssen noch eine Schippe drauf legen." Die Saar-Wahl zeige: "Umfragen sind das eine und Wählerstimmen sind das andere."

Im Saarland gebe es mit Linksfraktionschef Oskar Lafontaine natürlich einen "Sondereffekt" sagte Stegner. Die Begeisterung um den neuen Parteichef Martin Schulz habe allerdings auch den Sozialdemokraten im Saarland starken Rückenwind gegeben, sagte Stegner. Als Schulz das Amt übernommen habe, habe die SPD an der Saar bei 25 Prozent gelegen.

Für die Grünen heißt es: "Gasgeben"

Die Grünen erlebten ein Debakel im Saarland, sie schafften es nicht in den Landtag. Das gab auch Grünen-Chefin Simone Peter zu. "Wir haben das Wahlziel nicht erreicht", sagte Peter am Sonntag und fügte hinzu, sie gratuliere der CDU zum Wahlsieg. "Für uns heißt das jetzt: Gasgeben für die nächsten Wahlen."

Peter sagte, das Saarland sei für die Grünen seit jeher strukturell schwierig. Ihre Partei habe versucht, Umweltprobleme im Land anzusprechen. Wenn sich die Menschen aber um ihre Arbeitsplätze sorgten, gebe es eher einen Trend hin zu einer großen Koalition.

Auch die FDP schaffte es nicht in den Landtag. FDP-Chef Christian Lindner zeigte sich enttäuscht. "Das ist sehr bedauerlich", sagte er in der ARD am Sonntag. "Wir haben auf ein kleines politisches Wunder gehofft." Das Saarland sei traditionell ein schwieriges Terrain für die liberale Partei.

Mehr zum Thema: Alle Entwicklungen der Saarland-Wahl im Live-Blog

Petry: Ergebnis nicht repräsentativ

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry geht davon aus, dass ihre Partei im Bund deutlich besser abschneidet als im Saarland. Die Partei erreichte in der ersten Prognose sechs Prozent. Die Werte für die AfD an der Saar seien nicht repräsentativ, sagte Petry am Sonntagabend im ZDF.

Dennoch sei klar, dass die AfD auch in Saarbrücken in den Landtag einziehen werde. "Darauf sind wir als Gesamtpartei trotzdem stolz." Das Ergebnis bestätige die Umfragen vor der Wahl.

Letztlich habe die AfD im Saarland die FDP und die Grünen "verjagt". Die SPD hingegen müssen erkennen, dass der "Schulz-Effekt" nicht ziehe, sagte Petry.

Laut der stellvertretenden AfD-Parteivorsitzenden Beatrix von Storch habe die Partei ein rot-rotes Regierungsbündnis im Saarland verhindert. "Dank AfD gibt es keine linke Mehrheit im Saarland und wird es auch keine mehr im deutschen Bundestag geben", sagte sie.

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