Ralf Bauer: So denkt er über den Tod

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Schauspieler und Yogi mit großem Herz: Ralf Bauer

Schauspieler Ralf Bauer (50, "Gegen den Wind") wirkt ziemlich zufrieden. Eigentlich auch kein Wunder, denn er hat ein sehr effektives Jahr hinter und ein spannendes Jahr vor sich. Im Interview mit spot on news verrät er seine Pläne und was er für sein Herzensprojekt in Tibet alles geleistet hat. Anlässlich seines neuen TV-Films, "Katie Fforde: Herzenssache", der am Sonntag, 26. März, um 20.15 Uhr im ZDF läuft, erklärt er aber auch, wie der tibetische Buddhismus bei den ganz großen Lebensthemen - Älterwerden, Krankheit, Tod - helfen kann.

In dem Film "Katie Fforde: Herzenssache" geht es um schwere Themen wie Organtransplantation. Was halten Sie privat davon? Haben Sie einen Ausweis?

Ralf Bauer ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Yoga-Experte. Sein Wissen gibt er in Büchern und DVDs wie "Lu Jong - Tibetisches Heilyoga mit Ralf Bauer" weiter - hier bestellen

Ralf Bauer: Ich habe keinen Ausweis. Zur Vorbereitung auf den Film, habe ich aber festgestellt, dass ich mir die Unterlagen dazu vor acht Jahren schon mal habe schicken lassen. Grundsätzlich finde ich es schon eine schöne Vorstellung, mit Teilen des eigenen Körpers andere Menschenleben zu retten.

Was halten Sie von dem Argument, dass man als Ganzes beerdigt werden will?

Ralf Bauer: Da bin ich ganz indianisch oder tibetisch. Diese Kulturen legen viel mehr Wert auf die Seele, als auf das Äußerliche. Das, wie wir alle wissen, ja sowieso dem Verfall unterliegt. Daran sollte man also nicht zu sehr festhalten. Außerdem spüre ich ja sowieso nichts mehr, wenn ich tot bin. Und mit meinem Körper kann ich dann auch nichts mehr anfangen.

Im Film geht es auch darum, wie man nach einem schweren Schicksalsschlag zu neuem Lebensmut finden kann. Haben Sie sowas schon mal erlebt?

Ralf Bauer: Ich persönlich kenne es nicht. Aber ich kenne natürlich viele Geschichten von Menschen, die ich Laufe meines Lebens kennengelernt habe: Kinder, die nach ein paar Monaten gestorben sind, Menschen, die nach einer langen gemeinsamen Zeit wegsterben. Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, kann man damit rechnen, aber das eigene Kind zu verlieren, ist schon besonders schlimm. Man kann sich aber nur ganz schwer hineinversetzen.

Hätten Sie trotzdem eine Idee, wie man mit einem Schicksalsschlag umgehen kann?

Ralf Bauer: Ich setze mich ja sehr viel mit unterschiedlichen Religionen auseinander, und im tibetischen Buddhismus gibt es etwas, das eine Stütze sein kann, die vielleicht etwas mehr ist, als alles nur in Gottes Hand abzugeben: Man soll den Dingen nicht anhaften, egal, was es ist. Das heißt nicht, dass man völlig unemotional und ohne Mitgefühl und ohne Liebe leben soll. Man sollte sich aber klarmachen, dass alles irgendwann ein Ende hat, auch unser eigenes Leben. Das gibt es zwar auch bei uns in der Katholischen Kirche, aber nicht so klar definiert. Die Tibeter und Buddhisten wachsen schon mit diesem Bewusstsein auf.

Macht eine solche Einstellung auch das Älterwerden leichter?

Ralf Bauer: Wir alle unterliegen diesem Zwang älter zu werden. Das merkt man äußerlich. Das merkt man aber hoffentlich auch innerlich. So wie es äußerlich abnimmt, sollte es innerlich zunehmen. Die eigene Einstellung kann eine Brücke sein, um sich darüber klar zu werden, dass der Tod tagtäglich zum Leben dazugehört.

Was ist denn Ihre eigene Herzenssache?

Ralf Bauer: Ich engagiere mich schon länger für Tibet. Gerade letzte Woche bin ich aus Nepal zurückgekommen. Ich habe Spendengelder rübergebracht. Bar im Koffer, weil es dort nicht so einfach ist wie hier mit den Banken. Spendet man auf offizielle Konten vom Staat, kommt das Geld nicht immer dort an, wo es hinsoll. Das ist leider in vielen Ländern so, die Hilfe benötigen. Deshalb arbeite ich mit einer Tibeterin und einem tibetischen Mönch zusammen. Wir schauen immer vor Ort, wofür man das Geld einsetzen kann. Meistens sind es tibetische Einrichtungen, manchmal auch nepalesische. Die Tibeterin bleibt dann dort, um zu gewährleisten, dass das Geld nicht in private Taschen fließt.

Was haben Sie mit dem Geld im vergangenen Jahr unterstützt?

Ralf Bauer: 2016 haben wir eine Schule mit Unterrichtsmaterialien versorgt. Im Himalaya haben wir in einem tibetischen Flüchtlingslager 21 Häuser bauen lassen für Familien. Dann haben wir für 125 Mönche in einem Kloster im tibetischen Viertel von Katmandu Betten, Matratzen und Decken besorgt. Das Geld dafür stammte übrigens von einem Freund von mir aus München, der sich zu seinem 50. Geburtstag Geld statt Geschenke gewünscht hat, und es mir dann dafür gegeben hat.

Kostet das alles dort überhaupt so viel?

Ralf Bauer: Es kostet schon viel, weil viele Materialien aus China oder Indien importiert werden müssen. Und Autos zum Beispiel werden mit 200 Prozent besteuert. Es sind schon extreme Summen, die da zusammenkommen.

Welche Projekte stehen neben dem Katie-Fforde-Film als nächstes bei Ihnen an?

Ralf Bauer: Als nächstes zieh ich mich ein paar Wochen lang nach Thailand zurück, um dort an einem Buch über Ernährung und Yoga zu arbeiten. Im Sommer bin ich dann wieder an der Komödie im Bayerischen Hof in München. Dort habe ich auch im vergangenen Jahr zum ersten Mal bei einem Zweipersonenstück Regie geführt. Außerdem ist eine kleine Vortagsreihe über Tibet und Yoga in Baden-Baden geplant. Und im Herbst ist ein erster Film in Eigenproduktion geplant. Da freue ich mich schon sehr drauf.

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