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SPD enttäuscht über Saar-Wahl - die Schuld suchen die Sozialdemokraten aber nicht bei Martin Schulz

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MARTIN SCHULZ
Martin Schulz: "Es gibt nichts zu beschönigen" | TOBIAS SCHWARZ via Getty Images
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  • Politiker der SPD haben bei der Landtagswahl im Saarland eine Niederlage eingeräumt
  • Sie betonen aber, dass die Sozialdemokraten ohne Schulz schlechter abgeschnitten hätten
  • Einige machen die Bereitschaft, mit der Linken zu koalieren, für das Ergebnis verantwortlich

Die SPD ist bei der Saarland-Wahl hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Partei erreichte laut den ersten Hochrechnungen 29 Prozent. In den Umfragen vor der Wahl erzielten die Sozialdemokraten höhere Werte. Ihnen wurde sogar zugetraut, die nächste Regierung im Saarland anzuführen.

Die Enttäuschung über das Wahlergebnis ist entsprechend groß in der SPD. Seit der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten schwamm die Partei auf einer Welle der Euphorie. Der "Schulz-Effekt" konnte sich im Saarland allerdings nicht durchsetzen.

Schulz: "Da gibt es nichts zu beschönigen"

Der SPD-Vorsitzende selbst räumte am Sonntagabend die Niederlage seiner Partei ein. In der ARD sagte er: "Da gibt es nichts zu beschönigen." CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer habe sichtlich die Potenziale der Union mobilisieren können.

"Wir haben unser Ziel hier nicht erreicht", sagte Schulz. Fügte jedoch hinzu: "Das heißt nicht, dass wir unser Ziel nicht erreichen werden. Wir wollen einen Machtwechsel im Bund anregen." Dafür wolle er weiter kämpfen. Er wies auch daraufhin, dass die SPD im Saarland im Vergleich zur Ausgangslage vor den Wahlen deutlich aufholen konnte.

Rehlinger: Rot-Rot könnte ein paar "Prozentpünktchen" gekostet haben

Auch die saarländische SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger sagte: "Wir haben das Wahlziel leider nicht erreicht, obwohl wir eine tolle Aufholjagd hatten." Die Partei hätte auf Sieg gespielt.

Rehlinger sagte weiter, dass die Offenheit im Saarland, mit der Linken zu koalieren, auch Stimmen gekostet haben könnte. "Durchaus möglich, dass wir dafür auch ein paar Prozentpünktchen haben abgeben müssen", sagte Rehlinger in der ARD.

Barley: "Ganz starke Polarisierung"

Die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley macht eine "ganz starke Polarisierung" für das enttäuschende Abschneiden verantwortlich.

"Es gab ja im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten, entweder es gibt eine große Koalition, oder es gibt Rot-Rot", sagte sie am Sonntagabend der ARD in Berlin. "Die, die große Koalition wollten, haben CDU gewählt, und die, die Rot-Rot wollten, haben die Linken gewählt."

Maas: "Ohne Schulz wären wir gar nicht auf 30 Prozent gekommen"

Der saarländische SPD-Chef und Bundesjustizminister Heiko Maas sagte: "Klar ist, wir hätten uns etwas mehr erwünscht." Noch im Januar habe die SPD in Umfragen aber bei nur 24 Prozent gelegen. "Ohne Martin Schulz wären wir gar nicht auf 30 Prozent gekommen", sagte Maas im ZDF.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner sagte, Schulz habe der Partei im Saarland Rückenwind gegeben. Mit Blick auf die folgenden Wahlen sagte er: "Wir müssen noch eine Schippe drauf legen."

Die Saar-Wahl zeige: "Umfragen sind das eine und Wählerstimmen sind das andere."

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(ben)