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26/03/2017 13:59 CEST | Aktualisiert 26/03/2017 19:25 CEST

Diese Aktion der "Bild"-Zeitung ist das Frauenverachtendste, das wir seit langem gesehen haben

Screenshot/Bild
Diese Aktion der "Bild"-Zeitung ist das Widerlichste, das wir seit langem gesehen haben

55 Kilo, Körbchengröße 60 H, blondierte Haare. Das ist die 28-jährige Claudia.

Dass eine Frau 55 kg wiegt und Körbchengröße 60 H hat, ist zwar eher unwahrscheinlich, aber: "An Claudia ist alles echt", schreibt die "Bild". Und was die "Bild" schreibt, das stimmt.

Wer es nach dieser Beschreibung kaum erwarten kann, Claudia nackt zu sehen: Kein Problem! Die "Bild" hat da mal was vorbereitet. Online präsentiert sie aktuell "Das ultimative Macho-Tool" - und das ist noch widerlicher, als es sich anhört.

"Probieren Sie es aus, sortieren Sie selbst!"

Untermalt von einer Melodie, die ein Bahnhofs-Ramschladen für Sex-Spielzeug nicht besser hätte wählen können, erklingt eine Männerstimme.

"Sexy Posen, laszive Blicke und ganz viel nackte Haut", säuselt der Sprecher.

"Sie haben eine Schwäche für kurvige Sexbomben? Oder Sie wollen wissen, welches Girl aus Ihrer Umgebung stammt? Sortieren Sie selbst!", sagt der Mann und zahlreiche nackte Frauen mit übergroßen Brüsten erscheinen auf der Seite.

Aus einer Reihe von diesen Frauen können die Leser auswählen, von wem sie sich gerne Videos anschauen möchten.

Mehr zum Thema: Warum sich ausgerechnet die "Bild" besser nicht um das Frauenbild von Flüchtlingen sorgen sollte

Wenn ihr gerade in München und 1,75 Meter groß seid, könnt ihr euch also eine Münchnerin in der gleichen Größe aussuchen. Und noch dazu anklicken, welche Körbchengröße sie haben soll: H oder doch eher G? Alles kein Problem.

Es fehlt nur noch der Bestell-Button

"Welches Mädel ist noch Single und wer steht auf Sex ohne Liebe?", fragt der Sprecher.

Gegenfrage: Sollten wir 2017 nicht irgendwie weiter sein? Weiter, als Frauen wie in einem Online-Shop anzupreisen? Wie eine Ware, die die "Machos" nach Kategorie filtern können?

"Probieren Sie es einfach aus und entscheiden Sie selbst - wer ist das Schönste aller Bildgirls?", fragt der Sprecher.

Es fehlt nur noch der Bestell-Button. Ein Einkaufswagen, in den man die Frauen ziehen kann - und eine Angabe mit dem Preis.

Die "Bild" verlangt für das Tool auch noch Geld

Dieses "Macho-Tool", wie die "Bild" es nennt, ist eine erbärmliche Aktion, die Frauen zu Objekten macht.

Tatsächlich verlangt die "Bild" für das "Macho-Tool" auch noch Geld: Denn Leser können das ultimative Macho-Tool nur nutzen, wenn sie für einen BildPlus-Account zahlen.

Erbärmlicher geht es eigentlich kaum noch. Die "Bild" will ein modernes Medium sein und preist Frauen wie Ware an.

Mehr zum Thema: Die "Bild" will das ehrlichste Medium Deutschlands sein - und blamiert sich mit falschen Informationen über Falco

Es wäre interessant zu wissen, was Chefredakteurin Tanit Koch zu diesem Tool zu sagen hat.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(ks)

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