Amerikanerin stimmte für Trump - jetzt soll ihr mexikanischer Ehemann abgeschoben werden

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TRUMP ABSCHIEBUNG
Amerikanerin stimmte für Trump - jetzt soll ihr mexikanischer Ehemann abgeschoben werden | Screenshot/Indiana Newsdesk
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  • Der Ehemann von Helen Beristain soll abgeschoben werden - er ist ein illegaler mexikanischer Einwanderer
  • Die Frau hatte ironischerweise für US-Präsident Trump gestimmt
  • Trump hatte Abschiebungen mit einem Dekret erleichert

Eine Frau aus dem US-Bundesstaat Indiana hat US-Präsident Donald Trump ihre Stimme gegeben. Eine Entscheidung, die sie nun bereuen dürfte.

Denn ihr Ehemann, ein illegaler Einwanderer aus Mexiko, soll so schnell wie möglich abgeschoben werden. Trump hatte mit einem Dekret ein härteres Vorgehen gegen illegale Einwanderer beschlossen.

Trotz des Aufenthaltsstatus ihres Ehemanns habe Helen Beristain Trumps harter Linie in der Einwanderungspolitik stets zugestimmt. "Wir wollen keine Kartelle hier, wir wollen keine Drogen in unseren Schulen, wir wollen keine Mörder im Haus nebenan", sagte Beristain der US-Nachrichtenseite "Indiana Public Media".

"Man will sich sicher fühlen, wenn man das Haus verlässt. Das glaube ich wirklich. Und deswegen habe ich für Trump gestimmt", sagte sie.

"Die guten Menschen würden nicht abgeschoben werden"

Aber sie dachte nicht, dass Trumps Entschlüsse auch ihren Mann erfassen würden. Er ist Besitzer eines beliebten Restaurants. "Trump hat gesagt, die guten Menschen würden nicht abgeschoben werden, die guten Menschen würden überprüft werden", sagte Beristain gegenüber "Indiana Public Media" zu einem späteren Zeitpunkt.

Laut der US-Tageszeitung "South Bend Tribune" sei ihr Ehemann, Roberto Beristain, 1998 in die USA gekommen, um seine Tante zu besuchen. Er traf seine spätere Ehefrau Helen - und verließ das Land nicht mehr.

In den vergangenen 17 Jahren soll sich Roberto Beristain einmal jährlich einer Überprüfung der Einwanderungsbehörde unterzogen haben. Er soll eine Arbeitserlaubnis, eine Sozialversicherungskarte und einen Führerschein gehabt haben, berichtet "South Bend Tribune".

"Er versucht, stark zu bleiben"

Während der Überprüfung haben ihn die Beamten dann festgenommen. Momentan ist er in Wisconsin inhaftiert. Der Bürgermeister von South Bend, Peter Buttigieg, schrieb in der Huffington Post USA:

"Denkt an die liebsten Motive der Konservativen: Harte Arbeit, Kleinunternehmertum, Argwohn vor einem herrischen Staat und Unterstützung der eigenen Familie. Jedes dieser Motive steht hier auf dem Spiel. Und jedes davon wird verunglimpft, wenn ein Mann wie Roberto von seinem Unternehmen, seinen Freunden, seiner Frau und seinen Kindern von einer staatlichen Behörde weggezogen wird."

"Er versucht, stark zu bleiben", sagte Helen Beristain gegenüber "Indiana Public Media". Er sei momentan dabei, sich für eine Green Card, eine Aufenthaltserlaubnis, zu bewerben. Sie hoffe, dass er damit wieder zu seiner Familie zurückkehren könne - sollte er abgeschoben werden. Oder gleich hier bleiben dürfe.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Leonhard Landes ins Deutsche übersetzt.

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(ks)

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