In China fährt ein Zug durch ein Wohnhaus - dahinter steckt eine kluge Strategie

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CHONGQING
Eine Stadtbahn in der chinesischen Chingqing fährt direkt durch ein Wohnhaus | Barcroft Media via Getty Images
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  • Eine Stadtbahn in der chinesischen Metropole Chongqing fährt direkt durch ein Wohnhaus
  • Die Konstrukteure wollten Umgebung und Bahn miteinander verschmelzen

Die Linie Zwei der Stadtbahn im chinesischen Chongqing fährt direkt durch ein Wohnhaus. Sogar eine Haltestation soll sich in dem 19-stöckigen Gebäude befinden, berichtet die chinesische Tageszeitung "People's Daily".

Doch was zunächst skurril aussieht, erweist sich als kluger Schachzug der Konstrukteure. Denn mit über vier Millionen Einwohnern in der Kernstadt ist der Platz in der chinesischen Metropole knapp bemessen.

Bei der Konstruktion der Bahnlinie hätten die Planer daher versucht, die Gleise mit der Umgebung verschmelzen zu lassen. Die Linie sei deshalb in Abstimmung mit den Architekten des Wohnhauses gebaut worden, berichtet die chinesische Behörde für Transport und Infrastruktur auf ihrer Webseite.

Laut den Aussagen der Konstrukteure der Bahn müsse man mit den Bewohnern des Hauses allerdings kein Mitleid haben. Die Bahnlinien sei eine der berühmtesten Chinas, da sie leise sei und ohne Vibrationen auskäme. Die Bahnlinie wäre nur so laut wie eine Spülmaschine, berichtet "People's Daily".

"Es war riskant, aber es hat sich ausgezahlt"

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Quelle: Getty Images

Für einen Sprecher der Stadt ist der Bau ein Erfolg. "In einer schnelllebigen Stadt wie dieser, war klar, dass die Menschen so flott wie möglich herumkommen wollen. Die Linie in dieser Weise auszubauen, war riskant. Aber es hat sich ausgezahlt", sagte er der britischen Tageszeitung "Daily Star".

Auf den Bildern sieht das Ergebnis der Städteplaner zumindest spektakulär aus.

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Quelle: Getty Images

Auch in Berlin fährt eine U-Bahn durch ein Haus

Übrigens gibt es auch in Berlin eine U-Bahn-Linie, die direkt durch ein Wohnhaus fährt. Der Berliner "Tagesspiegel" interviewte die Bewohner dieses Hauses - auch dort beschwerte sich niemand über den Lärm.

Als die Berliner Verkehrsgemeinschaft gestreikt habe, hätte er schon einen Unterschied gemerkt, zitiert das Blatt einen Bewohner. Allerdings sei es ihm lieber, die Bahn fahre wieder. Er hätte sich schließlich daran gewöhnt, wenn die Züge täglich vorbeirasen.

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(mf)