Aretha Franklin: Die "Queen of Soul" wird 75

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Eine der erfolgreichsten Musikerinnen überhaupt: Aretha Franklin

Ihre Karriere ist gepflastert mit Auszeichnungen, allein 18 Grammys nennt Soulsängerin Aretha Franklin ihr Eigen. Einer ihrer größten Hits ist ihr Cover von Otis Reddings Song "Respect" aus dem Jahr 1967, das zu einer Hymne der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wurde. Ihre Stimme bewegt die Menschen weltweit. Im Dezember 2015 wischte sich der damalige US-Präsident Barack Obama Tränen aus den Augen, als Franklin bei der Verleihung des Kennedy-Preises "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman" sang. Am 25. März wird die unangefochtene "Queen of Soul" 75 Jahre alt.

Die frühen Jahre

Die größten Hits der Queen of Soul finden Sie hier

Der Weg zum Ruhm war für die im Jahr 1942 in Memphis geborene Sängerin und Pianistin ein durchaus langer. Wie viele herausragende Musiker kommt Franklin sehr früh in ihrer Kindheit mit Musik in Kontakt. Ihr Vater C. L. Franklin ist selbst erfolgreicher Gospel-Sänger und einer der bekanntesten Baptistenprediger der Nachkriegszeit. Mit ihren Schwestern singt Aretha in den 1950er Jahren in der Kirche ihres Vaters in Detroit, wo die Familie damals lebte.

Bereits mit 14 Jahren nimmt Aretha Franklin ihre erste LP auf, ein Gospel-Album. Schon bald wird das legendäre Plattenlabel Motown, welches später Künstler wie Stevie Wonder und die Jackson Five hervorbringt, auf sie aufmerksam. Doch Motown war zu dieser Zeit nur ein kleines Label mit beschränkten Möglichkeiten, daher wechselt Franklin zu Columbia Records und zieht nach New York.

Von diesem Schachzug erhofften sich Vater und Tochter den Durchbruch, doch mit den Pop-Liedern kann Aretha ihr volles gesangliches Potenzial nicht entfesseln. So bleibt der große Erfolg zunächst aus.

Die Rückkehr des Soul

Frustriert wendet sich Franklin von ihrer Plattenfirma ab und heuert schließlich beim Label Atlantic Records an. Dieser Schritt und die Zusammenarbeit mit dem angesehenen Produzenten Jerry Wexler stellen die musikalischen Weichen. Franklin darf nun ihre eigenen Stücke aufnehmen und selbst Klavier spielen. Sie kann ihre gewaltige Stimme in vollem Umfang ausreizen und der Soul kehrt in ihre Musik zurück.

Ihre Single "I Never Loved A Man (The Way I Loved You)" erscheint 1967 und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Ihre Alben zählen zu den meistverkauften Soulplatten Ende der 1960er Jahre. Es war jedoch Otis Reddings Titel "Respect", der Franklin im gleichen Jahr den ganz großen Durchbruch verschaffte. Acht Wochen hielt sich der Song auf Platz eins der R&B-Charts und katapultierte sie an die Spitze der Bürgerrechtsbewegung. Engagiert setzte sie sich in turbulenten Zeiten für die Rechte der schwarzen Bevölkerung ein - und für die Rechte von Frauen im Speziellen. Dadurch wurde sie zur Ikone der schwarzen Bürgerrechtler.

Bis Anfang der 1970er Jahre schwimmt sie auf der Erfolgswelle. Sie singt nicht nur ihre eigenen Stücke, sondern auch ausgewählte Songs der Beatles oder von Simon & Garfunkel. Ab 1973 flaut der kommerzielle Erfolg ein wenig ab. Erst als sie 1980 einen neuen Plattenvertrag bei Arista Records erhält und sie sich zeitgenössischer Musik öffnet, stellt sich dieser wieder ein. Dazu singt sie Duette mit zu der Zeit angesagten Pop-Künstlern wie Annie Lennox, George Michael, Elton John, Whitney Houston oder James Brown. 1987 steigt sie als erste Frau in die Rock and Roll Hall of Fame auf.

Die ruhigen Jahrzehnte

1991 erhält Franklin den Grammy Living Legends Award. Bis auf diese Ehre ist es in diesem Jahrzehnt eher ruhig um die Soulsängerin. Sie veröffentlicht nur wenige Stücke. 1998 erscheint mit "A Rose Is Still a Rose" Franklins erfolgreiches Album der 1990er Jahre, bevor sie sich wieder eine Auszeit gönnt.

Fünf Jahre vergehen bis zu ihrem neuen Album im Jahr 2003. Auf "So Damn Happy" lässt sie sich auf die aktuelle R'n'B-Welle ein und zeigt über kontemporäre Grooves ihre alten Soul-Gesangskünste. Es folgt eine weitere Pause. 2014 meldet sie sich mit dem Album "Sings the Great Diva Classics" eindrucksvoll zurück. Sie interpretiert darauf Stücke von Gladys Knight und Barbra Streisand sowie von der britischen Popsängerin Adele ("Rolling in the Deep").

Darüber hinaus arbeitete sie auf ihrem bislang letzten Album mit Soulsänger Babyface und André 3000 von der Rap-Kombo Outkast zusammen. Die 75-Jährige tritt mittlerweile nur noch selten auf, doch wenn sie die Bühne betritt, berührt sie mit ihrer Stimme nach wie vor die Menschen. Bis heute ist Aretha Franklin ein Vorbild für alle Soul-Künstler.

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