Wahl-O-Mat zu Saarland 2017: Welche Partei zu euch passen könnte

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Der Wahl-O-Mat für die Wahl Saarland 2017 ist da | bpb
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  • Das Saarland wählt am 26. März eine neue Landesregierung
  • Mit dem Wahl-O-Mat könnt ihr testen, welche Parteien zu euch passen
  • Mit dem "Schulz-Hype" ist anstelle einer Großen Koalition nun auch Rot-Rot-Grün denkbar

Wahl-O-Mat zur Saarland-Wahl: An diesem Sonntag schaut ganz Deutschland aufs Saarland. Denn die Landtagswahl an der Saar ist der Auftakt ins Superwahljahr - und noch wichtiger: Sie ist der erste Testlauf von Martin Schulz.

Nun zeigt sich, ob sich die mit dem SPD-Kanzlerkandidaten in die Höhe geschossenen Umfragewerte der Genossen an der Saar auch in baren Wählerstimmen auszahlen. Es könnte zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen: zwischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Herausforderin Anke Rehlinger (SPD).

Das sagen die Umfragen

Nach jüngsten Umfragen von Forsa und Insa sieht man bereits den "Schulz-Effekt": Die Saar SPD legte von November beziehungsweise von Anfang Januar bis Anfang März um sieben bis neun Punkte auf 33 Prozent zu.

Die CDU bleibt aber stärkste Kraft mit 34 bis 36 Prozent. Die Linke würde bei 12 bis 13 Prozent landen, die AfD zöge mit um die 7 Prozent in den bundesweit mittlerweile elften Landtag ein. Die Grünen müssten um den Wiedereinzug bangen (4 bis 5 Prozent), die FDP bliebe mit 4 Prozent draußen.

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Der Wahl-O-Mat für Saarland 2017

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Die Entscheidung liegt am 26. März bei den Wählern. Bis dahin gilt es für jeden, die Partei zu finden, die die eigenen Ansichten am besten vertritt.

Auf spielerische Art und Weise hilft dabei der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. 15 der 16 Parteien, die in den saarländischen Landtag einziehen wollen, haben hierfür Fragen beantwortet.

Hier findet ihr den Wahl-O-Mat für Saarland 2017

Daraus hat die bpb insgesamt 38 Thesen für den Wahl-O-Mat formuliert. Zum Beispiel: "An Grundschulen im Saarland soll Französischunterricht ab der ersten Klasse flächendeckend angeboten werden." Oder: "Im Saarland sollen keine weiteren Flächen Flächen für Windkraftanlage ausgewiesen werden."

  • Wie steht ihr zu den Thesen?

Unter jeder These kann der Nutzer angeben, wie er zu der Aussage steht. Er stimmt zu, oder nicht. Oder ist er in dieser Sache neutral? Auch die Option "These überspringen" gibt es.

  • Was ist euch wichtig?

38 Thesen können Interessierte so bewerten. Anschließend ist es möglich, Themen als wichtig zu markieren. Diese werden in der Auswertung doppelt gewertet.

  • Welche Parteien interessieren euch?

Im nächsten Schritt kann der Nutzer zudem festlegen, mit welchen Parteiprogrammen seine Position verglichen werden soll. Bis zu acht Parteien können hierfür ausgewählt werden.

  • Das Ergebnis

Am Ende zeigt der Wahl-O-Mat an, wie hoch die Übereinstimmung bei den ausgewählten Thesen zwischen der Antworten des Nutzers und der Partei sind.

Das kann eine Hilfe für die Wahl sein. Jedoch sollte sich jeder Wähler vor der Stimmabgabe am besten nochmals tiefergehend über seine favorisierte Partei informieren. Denn der Wahl-O-Mat ist ein informatives Spiel.

CDU oder SPD?

Für Sonntag wird ein schwarz-rotes Duell erwartet, denn beide wollen die neue Regierung anführen. Bisher haben die Damen gemeinsam in einer großen Koalition das kleine Land regiert. Nun powert Rehlinger extrem, um 18 Jahre CDU-Macht in der Staatskanzlei zu beenden.

Ganz klar, die SPD verdankt ihren neuen Schub Martin Schulz. Der hat sie in Umfragen einige Prozentpunkte nach oben katapultiert. Aber eben nur in Umfragen. Die CDU bleibt weiterhin stärkste Kraft.

"Bei der Wahl wird der ein oder andere Wähler noch erkennen, dass er nicht Schulz wählt, sondern Kramp-Karrenbauer oder Rehlinger", sagt Politikwissenschaftler Uwe Jun von der Universität Trier. Bei der letzten Landtagswahl im März 2012 hatte die CDU 35,2 Prozent der Stimmen bekommen, die SPD 30,6 Prozent.

Die bundesweiten Blicke richten sich aber auch deshalb auf die Saar, weil es dort zur ersten Landesregierung mit der Linkspartei in einem westdeutschen Bundesland kommen könnte: Rot-Rot, wenn auch mit einer knappen Mehrheit, wie Meinungsforscher annehmen. Viel hängt davon ab, ob es einen Landtag mit vier Parteien geben wird (CDU, SPD, Linke, AfD) - oder ob auch Grüne und FDP reinkommen.

Jun hält es für nicht unwahrscheinlich, dass die SPD nach dem Amt der Ministerpräsidentin greifen wird - wenn es dafür eine Möglichkeit gibt. Heißt: Auch dann, wenn die CDU zwar stärkste Partei wird, es aber eine rot-rote Mehrheit im Landesparlament gibt.

Eine bundespolitische Signalwirkung hätte eine Koalition mit der Linken nicht: "Rot-Rot auf Bundesebene wird nicht reichen", sagt Jun. Aber trotzdem gebe es Berliner Nebenwirkungen: Die Union würde bei einem Machtwechsel nur noch in 4 von 16 Bundesländern den Regierungschef stellen, die SPD dann in 10.

Für Amtsinhaberin Kramp-Karrenbauer ist die Wahl eine Richtungswahl - für das Saarland. Sie will die große Koalition fortsetzen, weil das 2012 begonnene "Projekt" noch nicht beendet sei.

Die Eigenständigkeit des Landes über die neugeregelten Bund-Länder-Finanzen zu sichern, was dem Land ab 2020 rund 500 Millionen Euro extra in die Kassen spült. Dazu brauche es auch in den nächsten fünf Jahren "stabile Verhältnisse". Rot-Rot ist für sie ein "klarer Rückschritt".

Die Saar-AfD

Und dann wäre da noch die Saar-AfD. Eigentlich wollte die Bundesspitze um Frauke Petry den Landesverband auflösen lassen. Nun soll just dieser Verband der Bundes-AfD Auftrieb verleihen und mit einem möglichst starken Ergebnis den elften Einzug in ein Länderparlament perfekt machen. "Wir wollen zweistellig werden. Wir sind guter Hoffnung, dass wir bei der ersten Wahl des Jahres einen Erfolg einfahren können", sagt Spitzenkandidat Rolf Müller (66) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Saar-AfD sollte vor rund einem Jahr wegen Kontakten zu Rechtsextremen aufgelöst werden. Im Mittelpunkt der Vorwürfe standen Landeschef Josef Dörr und sein Stellvertreter Lutz Hecker, gegen die in der Partei immer noch Ausschlussverfahren laufen.

Zu den internen Querelen passt auch der Parteiaustritt von Michael Schettle am Freitag. Er war bislang Vorsitzender des saarländischen AfD-Kreisverbandes Merzig-Wadern. Unter der derzeitigen Führung sei die Saar-AfD "zu einer demokratiefeindlichen Partei" geworden, sagt Schettle am Freitag auf Anfrage.

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Mit dpa-Material.