Schweiz ermittelt gegen Türken wegen Spionageverdacht

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TURKISH SWITZERLAND
Eine pro-kurdische Demonstration vor dem türkischen Konsulat in Zürich | Arnd Wiegmann / Reuters
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  • Mehrere Personen stehen in der Schweiz unter Spionageverdacht
  • Sie sollen Mitglieder der dortigen türkischen Gemeinde ausspioniert haben
  • Nun ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft

Es ist ein ungeheuerlicher Verdacht: Ein "politischer Nachrichtendienst" soll die türkische Gemeinde in der Schweiz ausspioniert haben.

Das behaupten Schweizer Ankläger, die nun wegen Spionageverdachts gegen Personen im Umfeld der dortigen türkischen Gemeinde ermittelt. Die Bundesanwaltschaft habe einen konkreten Tatverdacht und hat deshalb ein Strafverfahren eröffnet, wie sie am Freitag mitteilte.

Nähere Angaben wollte die Bundesanwaltschaft nicht machen. In den vergangenen Wochen hatten Politiker Alarm geschlagen, weil nach ihren Angaben Besucher von Türkei-kritischen Veranstaltungen in der Schweiz von unbekannten Teilnehmern gefilmt worden waren.

Die Schweizer Grünen veröffentlichten einen Brief, der nach ihren Angaben von der türkischen Botschaft in Bern nach Ankara geschickt wurde. Darin würden mehrere Veranstalter bezichtigt, Aktivitäten zur Unterstützung des Predigers Fethullah Gülen zu fördern. Gülen lebt in den USA und wird von der türkischen Regierung beschuldigt, hinter dem Putschversuch im vergangenen Sommer zu stecken.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu war am Donnerstag überraschend in der Schweiz und sprach mit seinem Amtskollegen Didier Burkhalter. Einzelheiten wurden aus dem Gespräch nicht bekannt.

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