Als das Auto des Mannes in der Wüste den Geist aufgibt, rettet ihm eine geniale Idee das Leben

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Ausweglos? Mitnichten, wenn man zwei Schraubenzieher dabei hat. | Facebook / Emile Leray
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Die Geschichte des Franzosen Emile Leray ist ein typisches Beispiel dafür, niemals aufzugeben – gleichgültig wie ausweglos die Situation auch sein mag.

Der Plan von Emile, der in Frankreich als Elektriker arbeitete, war simpel: ein Roadtrip durch den Westen Nordafrikas in einem Citroën CV2. Ein Gefährt das in Deutschland auch als "Ente“ bekannt ist.

Emile war bereits in der Vergangenheit durch Afrika gereist und kannte Land und lokale Gegebenheiten gut.

Obwohl Emile ein erfahrener Abenteurer war und sich auf die Tour durch die Sahara penibel vorbereitete hatte, war er nicht auf das gefasst, was ihn auf seinem Roadtrip erwarten sollte.

Ein verhängnisvoller Roadtrip

Emile startete in der marokkanischen Stadt Tan-Tan und brach von dort in Richtung Mauretanien auf. Da diese Route direkt durch die Konfliktzone in der Westsahara führt, hielten ihn an einem Grenzposten Soldaten auf und zwangen ihn zur Umkehr.

Doch Emile wollte unbedingt seinen geplanten Trip fortsetzen und umfuhr den Posten weiträumig.

Es dauerte nicht lange und die Straßen wurden immer unwegsamer. Als der Abenteurer mit seinem Citroën über einen großen Stein fuhr, hörte er ein lautes Knacken. Die Ente kam zum Stehen. Jeder Versuch den Wagen wieder flott zu machen, scheiterte.

Emile stand mitten im Nirgendwo, umgeben von Sand und Steinen. Er hatte lediglich noch Proviant für zehn Tage dabei und das nächste Dorf lag über 30 Kilometer von ihm entfernt. In der Wüste zu weit, um sich zu Fuß auf den Weg zu machen.

Emile musste schnell handeln. Als gelernter Elektriker ist er jedoch zum Glück mechanisch sehr bewandert. So fasste er die Entscheidung, aus der kaputten Ente etwas Neues zu bauen und sicher in die Zivilisation zurückzugelangen.

Er machte sich sofort an die Arbeit. Um sich vor der brütenden Hitze der Sahara zu schützen, zog er sich bis auf die Unterhosen aus. Die Karosserie des kaputten Autos nutzte er als Schattenspender.

Er nahm das Auto komplett auseinander

Trotz guter Vorbereitung hatte er nur das Nötigste an Werkzeug dabei. Mit wenigen Schraubenziehern begann er, die Ente komplett auseinanderzunehmen. Danach suchte er Stück für Stück nach verwendbaren Teilen.

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Nach zwölf langen Tagen und Nächten und nahezu am Ende seiner Kräfte hatte Emile es geschafft. Mit nur noch einem halben Liter Trinkwasser ausgestattet, stieg er auf sein selbstgebautes, recyceltes Motorrad. Er warf die Maschine an und fuhr los.

Auch wenn das irre Gefährt, das fast aus einem Mad Max Film stammen könnte, nur rund 20 km/h schnell fahren konnte, reichte es Emile aus, um sich vor dem sicheren Tod zu retten.

Kaum hatte er den nächsten Ort erreicht, stoppten ihn Polizisten. Diese gaben ihm etwas zu trinken und obendrein einen Strafzettel für das Fahren eines nicht zugelassenen Fahrzeug. Das Leben kann manchmal schon ironisch sein.

Heute, fast 25 Jahre später, besitzt der findige Abenteurer sein "Wüstenkamel“ immer noch. Sowohl die Fotos von seinem Gefährt als auch seine Geschichte begeistern zahlreiche Menschen im Netz.

Vielleicht auch deshalb, weil Emiles sensationelle Geschichte eine wahre Metapher für Mut und Durchhaltevermögen ist: Egal wie verzweifelt die Lage auch sein mag, es gibt immer einen Weg heraus.

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(bah)

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