LIFESTYLE
24/03/2017 12:55 CET | Aktualisiert 24/03/2017 16:59 CET

Ich habe meine besten Freunde bei einem Terroranschlag verloren, nehmt euch meine Botschaft zu Herzen

Screenshot Youtube
Die Terroranschläge in Paris überlebte sie selbst nur knapp.

Wenn Chloe von den Terroranschlägen in Paris erzählt, dann merkt man ihr an, wie schwer es immer noch für sie ist, darüber zu sprechen. "Jetzt kenne ich den Wert eines Lebens“, sagt sie mit bleierner Stimme.

Denn in jener tragischen Nacht im November verlor sie ihre besten Freunde bei den Terror-Attacken. Sie selbst überlebte nur durch einen glücklichen Zufall.

Nun, knapp 1 ½ Jahre nach der "schlimmsten Nacht ihres Lebens“, hat sich die 29-Jährige in einem Video zu den Vorfällen geäußert. Sie richtet dabei einen emotionalen Appell an alle Menschen.

Sie wollten das Leben feiern - doch sie fanden den Tod

Der 13. November 2015 sollte ein heiterer Abend sein. Chloe wollte mit ihren Freunden einen Geburtstag feiern. Sie befand sich außerhalb des Pariser Clubs "Bataclan“, als plötzlich Schüsse fielen.

Um sie herum sackten Menschen zu Boden, starben vor ihren Augen. Sie selbst konnte gerade noch in Deckung gehen, für ihre Freunde war es jedoch zu spät. Sie fielen den tödlichen Schüssen der Terroristen zum Opfer – an einem Tag, an dem sie eigentlich das Leben feiern wollten.

Insgesamt starben bei den Anschlägen in Paris 130 unschuldige Menschen. Die Geschehnisse veränderten nicht nur das europäische Sicherheitsgefühl, sondern auch das Leben unzähliger Menschen. So auch das Leben von Chloe.

Von Lebensmut und Mitgefühl

Sie verlor zwar ihre Freunde, nicht aber ihren Lebensmut und ihr Mitgefühl. Die Filmagentur "Just People“ veröffentlichte nun ein Video von Chloe, in dem sie sich erstmals zu den Vorfällen äußert.

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"Seit den Anschlägen beschäftige ich mich stärker damit, ein gutes Leben zu führen, Liebe zu teilen, mitfühlend und gut zu sein. Ich engagiere mich politisch, damit eine Veränderung stattfinden kann“, sagt Chloe im Video.

Es geht nicht um Religion oder um irgendeine Hautfarbe

Das Schockierende an ihrer Erfahrung, so schildert sie im Video, war für sie nicht der islamistische Hintergrund des Täters. Chloe ist vielmehr zutiefst entsetzt darüber, dass er ein Franzose war.

"Es geht nicht um Religion oder um eine Hautfarbe, sondern darum, dass ein Franzose in meinen Alter einfach so tötete“, sagt sie. "Jemand der in unserer Kultur aufgewachsen ist – einer von uns.“

Chloes Erfahrung hat sie in ihrer Überzeugung bestärkt, dass jedes Leben kostbar ist. Terroranschläge wie die in Paris oder auch Berlin und London dürfen uns nicht daran hindern, unsere Werte von Freiheit und Demokratie zu leben.

"Wir sind alle Menschen, gleichgültig woher wir kommen“, sagt Chloe. "Ich bin oft traurig über das was passiert ist, doch ich will stark sein und unsere gemeinsamen Werte verteidigen.“

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(bah)

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