Angela Merkel erklärt, warum sie erstmal keinen Wahlkampf machen will

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German Chancellor Angela Merkel speaks at the opening of a new research center for dementia diseases DZNE at the university hospital in Bonn, Germany, March 15, 2017. REUTERS/Wolfgang Rattay | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Angela Merkel will vorerst nicht in den Wahlkampf einsteigen
  • Die heiße Phase sei noch lange nicht erreicht
  • Merkel will sich vorerst auf "gutes Regieren" konzentrieren

Obwohl ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz schon ordentlich loslegt, will sich Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel mit dem Wahlkampf für die Bundestagswahl Zeit lassen.

"In der Politik ist in gewisser Weise immer Wahlkampf, aber jeder Wahlkampf kennt immer auch unterschiedliche Phasen. Es gibt Phasen – und in einer solchen sind wir jetzt – in denen es darum geht, einfach unsere Arbeit mit guter Politik zu machen. Und es gibt dann die sogenannte heiße Wahlkampfphase, die noch lange nicht erreicht ist", sagte sie im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier".

"Es gab schwierige Momente"

Zudem macht es laut Merkel "einen Unterschied, ob man als Juniorpartner einer Großen Koalition oder so wie ich als Bundeskanzlerin in den Wahlkampf geht – denn die Menschen erwarten, und zwar zu Recht, dass auch in der Zeit des Wahlkampfs gut regiert wird".

Die Union habe "immerhin eine gemeinsame Kanzlerkandidatin – das ist ja schon mal etwas“, sagte sie mit Blick auf die Unionsschwester CSU. Der Friedensgipfel von München, der die anderthalb Jahre währenden Streitereien zwischen CDU und CSU beenden sollte, "kam zum genau richtigen Zeitpunkt", sagte Merkel.

"Wir hatten schwierige Monate hinter uns, mit durchaus gravierenden Kontroversen." Es gebe aber "genügend Tragfähiges für einen gemeinsamen Bundestagswahlkampf". Bis Ende Juni wollen CDU und CSU nun "zusammen ein Programm entwickeln. Auch da mag es einzelne Unterschiede zwischen CDU und CSU geben, das war immer so, denn wir sind zwei Parteien und nicht eine", sagte Merkel.

Obergrenze bleibt Streitthema

Ein strittiges Thema werde die Obergrenze für Flüchtlinge bleiben, machte Merkel deutlich: "Meine Haltung dazu ist unverändert und sie ist bekannt." In den allermeisten Elementen der Flüchtlings- und Migrationspolitik gebe es aber "eine große Übereinstimmung mit Horst Seehofer und der CSU. Mit dem Unterschied in einem Punkt kann ich sehr gut leben."

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(sk)

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