ZDF-Journalistin Hayali gibt rechter Zeitung ein Interview - und kämpft stundenlang gegen Shitstorm

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HAYALI
ZDF Journalistin Dunja Hayali auf der Titelseiten der rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit" | Screenshot
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  • Die ZDF-Journalistin Hayali ist für ihre klare Haltung gegen Fremdenhass bekannt
  • Nun gab sie der rechten Zeitung "Junge Freiheit" ein Interview
  • Das sorgte für harsche Kritik in den sozialen Netzwerken

Ob Pegida-Proteste oder AfD-Demonstrationen. Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali ist dorthin gegangen, wo Reporter regelmäßig angefeindet werden. Sie wollte die Menschen und ihre Beweggründe verstehen, sie kritisch hinterfragen. Dafür wurde Hayali oft beschimpft - auch vor laufender Kamera.

Nun hat Hayali, die sich gegen Rassismus engagiert, ausgerechnet der stramm rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein ausführliches Interview gegeben. Die Ausgabe erscheint am Freitag, die "Junge Freiheit" bewirbt den vermeintlichen Coup groß.

Kaum war die Vorankündigung im Netz, prasselten verbale Angriffe auf die Journalistin ein. Hayali versuchte stundenlang, sich zu erklären, was die Diskussion noch weiter anheizte.

Als einer der ersten kritisierte der Grünen-Europapolitiker Jan Philipp Albrecht Hayalis Gesprächsbereitschaft gegenüber dem rechten Blatt: "Ich bewundere Ihr Engagement", twitterte er. Aber einem Nazi-Blatt Auflage zu verschaffen, sei keine gute Idee.

Gegenüber Albrecht begründete Hayali ihre Entscheidung damit, Erfahrungen "im gesamten Spektrum" machen zu wollen. "Allein dafür ist es (auch aus journalistischer Sicht) interessant", argumentierte die Journalistin.

Nutzer werfen ihr allerdings vor "den rechten Diskurs in die Mitte zu bringen", "sehr naiv" zu sein und mit dem Artikel ein "politisches Statement" gesetzt zu haben.

Mehr zum Thema: Hayali fordert fairen Umgang mit der AfD

Gerade dass Hayali sich - ingesamt 13 Stunden lang für ihre Entscheidung rechtfertigt, trifft auf Kritik. "Großes Lob für die Art, wie Sie hier den ganzen Abend antworten - leider hilft meiner Meinung nach so ein Interview nur dabei, ein Medium salonfähig zu machen", findet ein Twitter-Nutzer.

Doch Hayali bekommt auch viel Zuspruch. Exemplarisch ist dieser Tweet einer Nutzerin: "Wenn es ein gutes Interview ist, ist es ein gutes Interview. Egal wo es erscheint." Ein Journalist stellt auf Twitter klar, dass man die "Junge Freiheit" zwar nicht mit Interviews aufwerten sollte. "Die Güllefässer, die über Dunja Hayali gekippt werden, sind aber widerlich."

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(sk)

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