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23/03/2017 13:57 CET | Aktualisiert 23/03/2017 15:59 CET

Tuberkulose: Mehr TBC-Fälle in Deutschland - gefährdet sind nicht nur Migranten

DPA
Bei der Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland geht der Trend nach oben.

  • Der Tuberkulose-Trend in Deutschland geht nach oben

  • Ein Bakterium ist die Ursache von TBC, Zuwanderung spielt für die Entwicklung hierzulande eine Rolle

  • Wie gefährlich "Schwindsucht" ist

Die Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland ist in den vergangenen Jahren gestiegen: 2016 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 5915 Erkrankungen, teilte das Institut zum Welttuberkulosetag am 24. März mit.

2015 waren es 5852 Fälle: 105 Menschen starben in Deutschland nach einer TBC-Infektion, darunter ein Kleinkind.

Damit sind die Zahlen nach einem Tiefststand im Jahr 2012 (4112 Fälle) deutlich angestiegen. Der über lange Jahre rückläufige Tuberkulosetrend hat sich umgekehrt.

"Es gibt einen Zusammenhang mit der aktuellen Zuwanderung", sagte RKI-Infektionsforscherin Lena Fiebig. "Migration ist aber nicht die Ursache von Tuberkulose, das Bakterium ist es", ergänzte sie.

Wo Tuberkulose-Tests gemacht werden

Doch bei Tuberkulosefällen werde der Anlass der Diagnose erfasst, erläuterte Fiebig. "Daher wissen wir, dass ein großer Teil der höheren Fallzahlen Tuberkulosen jenen Fällen entspricht, die bei gesetzlich vorgeschrieben Untersuchungen vor Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft diagnostiziert wurden."

Dazu zählten aber nicht nur Quartiere für Flüchtlinge. Die Auflagen gelten zum Beispiel auch für Haftantritte in Gefängnissen. zu Risikogruppen für TBC zählen aber auch Menschen wie auch Obdachlose und Drogenabhängige. Zudem sind auch jene gefährdet, die in Regionen mit hoher Tuberkuloserate leben.

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Experte: "Das Bakterium ist sehr ungleich in der Welt verteilt"

Denn: "Das Bakterium ist sehr ungleich in der Welt verteilt, aber es kommt auch in Deutschland vor", sagte Fiebig. 2015 traten 60 Prozent der Fälle in nur sechs Staaten auf: Indien, Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika. 2015 erkrankten nach den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 10,4 Millionen Menschen an TBC.

Nur rund 20 Prozent von ihnen hatten eine Chance auf eine Heilbehandlung mit Antibiotika. Etwa 1,4 Millionen Menschen starben deshalb 2015 durch TBC.

Denn was in Deutschland vielleicht nicht sofort klar ist: Neben Malaria und HIV zählt Tuberkulose (TBC) weiter zu den großen Killern der Menschheit.

Welttuberkulosetage ist am 24. März

Am 24. März wird an das gefährliche Bakterium erinnert, denn das ist der Welttuberkulosetag. Vor 135 Jahren, am 24. März 1882, gab Robert Koch in Berlin die Entdeckung des Erregers der Tuberkulose bekannt.

Später wurden Antibiotika-Therapien entwickelt. Der wachsende Wohlstand in den Industrieländern führte dazu, dass die "Armutskrankheit" TBC immer mehr in Vergessenheit geriet.

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