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23/03/2017 18:53 CET | Aktualisiert 23/03/2017 18:54 CET

Germanwings-Absturz: Staatsanwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen die "Bild"-Zeitung

FOL
Todespilot Andreas L.

  • Co-Pilot Andreas L. hat im März 2015 mutmaßlich ein vollbesetztes Germanwings-Flugzeug abstürzen lassen

  • Anschließend waren zahlreiche Gerüchte über L. in Umlauf gebracht worden, auch ein vermeintliches "Bild"-Interview mit einer Ex-Freundin

  • Doch die wurde von den Ermittlern bisher nicht gefunden

Germanwings-Flugs 4U9525 ist vor fast genau vor zwei Jahren in den französischen Alpen zerschellt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte Co-Pilot Andreas L. die Maschine vorsätzlich abstürzen lassen und damit sich selbst und 149 Menschen getötet.

Doch die Angehörigen der Opfer kommen bis heute nicht zur Ruhe. Denn jetzt kommt heraus: Ein brisantes Interview soll eine Fälschung sein.

Hat der Co-Pilot L. die Tat einer Ex-Freundin angekündigt?

"Eines Tages werde ich etwas tun, was das ganze System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen." So drastisch soll Pilot L. womöglich einer Ex-Freundin die Tat angekündigt haben. Die "Bild"-Zeitung will mit Maria W. im März 2015 gesprochen haben.

Doch der leitende Staatsanwalt Christoph Kumpa zeigt sich sehr skeptisch den Enthüllungen der Zeitung gegenüber. Im Gespräch mit der "Zeit" geht der Jurist davon aus, dass die Geschichte erfunden ist.

Weder er selbst noch andere Ermittler hätten W. aufspüren können. Der Springer-Verlag, zu dem "Bild" gehört, bezeichnete die Vorwürfe hingegen als "rein spekulativ".

"Nicht der Mensch, den die Boulevardpresse aus ihm gemacht hat"

Schon seit längerem wirft L.'s Vater Günter den Medien vor, das Ereignis überdramatisiert zu haben. L. sei "nicht der Mensch gewesen, den die Boulevardpresse aus ihm gemacht hat", beteuert sein Vater in der "Zeit".

Günter L. will am Freitag zusammen mit dem Fachjournalisten und Luftfahrtexperten Tim van Beveren die Ergebnisse eines Gutachtens vorstellen, dass die These eines "vorsätzlichen Massenmordes" entkräften soll. Allein die Ankündigung der Pressekonferenz hatte zu massiven Unmutsbekundungen von Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes geführt.

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(jg)

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