Erdogan will nicht mit den Nazi-Vergleichen aufhören - und vorerst nicht nach Deutschland kommen

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  • Der türkische Präsident Erdogan schmeißt derzeit mit Nazi-Beleidigungen nur so um sich
  • Jetzt hat er angekündigt, damit so schnell nicht aufhören zu wollen
  • Außerdem will er vorerst nicht nach Deutschland reisen

Er kann es nicht lassen - und er will es auch nicht. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan weigert sich, seine Nazi-Vergleiche gegen Europa zu unterlassen.

"Ihr sollt die Freiheit haben, Erdogan einen Diktator zu nennen, aber Erdogan soll nicht die Freiheit haben, euch Faschist oder Nazi zu nennen", sagte er am Donnerstagabend in einem Live-Interview der Sender CNN Türk und Kanal D in Ankara.

"Solange sie Erdogan einen Diktator nennen, werde ich sie weiterhin mit genau diesen Begriffen anreden. So einfach ist das."

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Die Niederländer, die Deutschen, Merkel - für Erdogan alles Nazis

Erdogan hatte im Streit um die Auftritte seiner Minister in Europa mehrfach die Nazi-Keule geschwungen. Als deutsche Städte Auftritte von AKP-Politikern untersagten, warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel "Nazi-Methoden" vor. Nachdem die Niederlande einen türkischen Minister nicht einreisen ließen, nannte er sie "Faschisten". Wenig später fabulierte er wirr über eine geplante Wiedereinführung von Gaskammern in Europa.

Zu den Niederlanden und ihrem Vorgehen gegen türkische Demonstranten sagte Erdogan: "Und wenn wir dann sagen, dass das Faschismus und Nationalsozialismus ist, stört Ihr Euch daran. Das, was Ihr tut, entspricht aber dieser Definition.»

Mit Blick auf den Streit um Wahlkampfauftritte in Deutschland sagte der Staatschef, er plane vor dem Referendum über ein Präsidialsystem in der Türkei keine Reise in die Bundesrepublik. "Im Moment steht das nicht auf meiner Tagesordnung", antwortete er auf eine entsprechende Frage des Reporters.

Ursprünglich hatte Erdogan einen Besuch für den März angekündigt. Das Referendum ist für den 16. April geplant. Türken in Deutschland können bereits von Montag an abstimmen.

Erdogan enttäuscht von Bundespräsident Steinmeier

Erdogan sagte, er "bedauere" die Kritik des neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an seiner Person, die dieser geäußert habe, "obwohl wir gut befreundet sind".

Steinmeier hatte in seiner Antrittsrede am Mittwoch in Berlin Erdogans Nazi-Vergleiche zurückgewiesen und ihn aufgefordert: "Respektieren Sie den Rechtsstaat und die Freiheit von Medien und Journalisten."

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(bp)