Dieses Experiment sollten alle kennen, die Angst vor künstlicher Intelligenz haben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GOOGLE CEO
Goolge-CEO Sundar Pichai | Beck Diefenbach / Reuters
Drucken
  • Eine Software von Google hat es geschafft, die Energieeffizienz von Rechenzentren deutlich zu steigern
  • Ingenieure waren vorher an dieser Aufgabe gescheitert
  • Das Experiment zeigt, welchen großen Nutzen künstliche Intelligenz künftig haben kann

Die Deutschen sind, gelinde gesagt, skeptisch, was die positiven Auswirkungen von Maschinen-Intelligenz betrifft. Die meisten denken dabei wohl in erster Linie an so etwas wie Skynet, die künstliche Intelligenz (KI) der Terminator-Filme, die sich gegen ihre Schöpfer wendet - und die Menschheit versklaven will.

Welchen positiven Nutzen KI aber bringen kann, hat Google am Montagabend auf einer Veranstaltung in Berlin gezeigt.

Beim Tech Festival, veranstaltet von der Deutschen Energie Agentur, ging es um Lösungen, mit denen mehr Energieeffizienz durch Technologie erreicht werden kann.

Beeindruckendes Ergebnis

Wie das gehen kann, hat Googles Deep Mind genannte künstliche Intelligenz in der deutschen Hauptstadt gezeigt. Der Internet-Gigant aus Mountain View hat das System genutzt, um die Kühlsysteme für seine Rechenzentren zu verbessern.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Obwohl menschliche Experten seit geraumer Zeit an einer Optimierung der Energiebilanz tüfteln, hat Deep Mind Maßnahmen entwickelt um die Energieeffizienz drastisch zu erhöhen. Und zwar um ganze 40 Prozent. Das berichtet das Startup-Portal “Gründerszene”.

Deep Mind-Experte Jim Gao von Google erklärte, wie die KI das geschafft hat: Weil sie eben anders denkt als Menschen. Sie überdenkt Voraussetzungen und Zusammenhänge, die Menschen als gegeben hinnehmen, noch einmal neu. Was für Menschen als gesichert gilt, überprüft die Maschine noch einmal.

Zum Beispiel fand Deep Mind heraus, dass es Energie spart, wenn die Rechenlast auf mehrere Geräte verteilt wird.

So einfach das klingt: Menschen waren auf diese Idee bisher nicht gekommen.

Rechenzentren und die Leistung von Computern verschlingen sehr viel Energie. Google und andere Tech-Unternehmen wie Facebook setzen daher auf erneuerbare Energiequellen. Das Zuckerberg-Netzwerk baut aktuell in Irland ein Rechenzentrum, das mit Hilfe von Windkraftanlagen komplett aus erneuerbaren Ressourcen gespeist werden soll.

Deep Mind ist eine der am weitesten entwickelten KI-Technologien

Google kaufte das Unternehmen Deep Mind 2014. Die KI gilt als eine der am weitesten entwickelten Technologien in diesem Bereich. Für Schlagzeilen sorgte Deep Mind im vergangenen Jahr, als der Computer erstmals den weltbesten Spieler im japanischen Brettspiel Go, das als letzte Bastion der menschlichen Intelligenz bezeichnet wird, besiegen konnte.

Nicht nur die Umwelt dürften die Erkenntnisse von Deep Mind freuen. Auch Google hat gut lachen: Denn das Experiment hilft dem Unternehmen, jährlich hunderte Millionen Dollar an Energiekosten zu sparen.

Mehr zum Thema: Die Maschinen übernehmen die Macht? Wie lächerlich Deutschlands Angst vor künstlicher Intelligenz ist

(ben)