Attentat in London: Was wir wissen - und was nicht

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LONDON
Attentat in London: Was wir wissen - und was nicht | Stefan Wermuth / Reuters
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Im Herzen Londons hat es am Mittwoch einen mutmaßlichen Terroranschlag gegeben. Ein Auto raste in eine Menschengruppe auf der Westminster Bridge, vor dem britischen Parlament kam es zu einem Messerangriff, es fielen Schüsse.

Was wir über die Angriffe wissen - und was nicht.

Was genau hat sich ereignet?

Nach aktuellem Stand verlief die Attacke wie folgt: Auf der Westminster Bridge fährt ein dunkelgrauer Geländewagen auf den Bürgersteig. Er überfährt mehrere Passanten. Augenzeugen berichten, dass Menschen in die Themse springen um sich zu retten.

Der Wagen fährt weiter in Richtung des britischen Parlaments und kracht dort in eine Absperrung. Der Fahrer steigt aus und attackiert mit einem Messer Passanten und einen Polizisten. Die Beamten schießen ihn nieder.

Das Magazin "Politico" twitterte eine Karte der Route des Angreifers.

"Wir behandeln dies als einen terroristischen Vorfall, bis wir etwas anderes wissen", teilte Scotland Yard auf Twitter mit. Um 17:45 gab die Polizei Entwarnung: Der Angriff sei vorbei.

Beim letzten Terroranschlag in London hatten im Juli 2005 vier Islamisten mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze gezündet. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

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Gab es Tote und Verletzte?

Leider ja. Scotland Yard bestätigte, dass 20 Menschen verletzt wurden. Drei französische Schüler sollen unter den Verletzten sein.

Laut der britischen Polizei gibt es zu diesem Zeitpunkt vier Tote zu vermelden. Darunter sei einer der attackierten Polizisten sowie auch der Attentäter selbst.

Es gebe Opfer mit "katastrophalen" Verletzungen, sagte die Assistenzärztin Colleen Anderson des St. Thomas’ Krankenhauses. Sie habe unter anderem einen Polizisten in den 30ern mit einer Kopfverletzung behandelt.

Zu einem der Todesopfer sagte Anderson: "Es war eine Frau. Sie war unter dem Rad eines Buses. Sie starb noch an der Unfallstelle." Eine schwer verletzte Frau wurde aus der Themse geborgen.

Was wissen wir über den Angreifer?

Bisher: Sehr wenig. Das Motiv und die Identität des Täters sind derzeit vollkommen unklar.

Spekulationen machen die Runde. Augenzeugenberichten zufolge soll es sich bei dem mutmaßlichen Angreifer um einen Mann asiatischer Herkunft handeln. Das berichtet die britische Zeitung "The Telegraph". Er soll ein etwa 20 Zentimeter langes Messer bei sich getragen haben.

Ein Sprecher von Scotland Yard bestätigte am Abend, dass der Attentäter bei seinem Angriff umgekommen sei.

Der "Guardian" schreibt, das Parlament werde Raum für Raum durchsucht, um auszuschließen, dass es einen weiteren Täter gab.

Was sind die Folgen des Angriffes?

Zur Zeit der Attacke tagte gerade das britische Parlament. Die Abgeordneten mussten zunächst im Kabinett warten, schwer bewaffnete Polizisten sicherten das Gelände. Die Parlamentarier wurden im Anschluss evakuiert.

Die Premierministerin Theresa May wurde durch ein Tunnelsystem unter dem Parlaments-Gebäude in Sicherheit gebracht. Die britische Premierministerin hat das Sicherheitskabinett einbestellt. Sicherheitsberater und Geheimdienstvertreter, Rettungskräfte und Politiker würden noch am Mittwochabend zusammenkommen, sagte ein Regierungssprecher in London.

Das Regionalparlament in Schottland hat in Folge der Attacke die Abstimmung über ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum verschoben. Der Luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel hat eine für diesen Mittwoch geplante Reise in die britische Hauptstadt abgesagt.

Die Londoner Polizei gab bekannt, dass in den nächsten Tagen mit einer stark erhöhten Polizeipräsenz in der Stadt zu rechnen sei.

Über die aktuellen Entwicklungen in London hält euch auch unser News-Blog auf dem Laufenden.

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(bp)

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