"Sie tappen in die Falle, die Franzosen zu spalten": Macron geht bei TV-Debatte auf Le Pen los

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LE PEN MACRON
Left-wing French Socialist (PS) party Benoit Hamon (back) shakes hands with right-wing Les Republicains (LR) party Francois Fillon (L), next to (LtoR) En Marche ! movement Emmanuel Macron, far-left coalition La France insoumise Jean-Luc Melenchon and far-right Front National (FN) party Marine Le Pen before a debate organised by the French private TV channel TF1, between five candidates for the French presidential election, on March 20, 2017 in Aubervilliers, outside Paris. / AFP PHOTO / PO | PATRICK KOVARIK via Getty Images
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  • In Frankreich trafen bei der ersten TV-Debatte die Präsidentschaftskandidaten aufeinander
  • Der Auftritt entwickelte sich zu einem Duell zwischen der Rechtspopulistin Le Pen und dem unabhängigen Kandidaten Macron

In Frankreich ist Wahlkampf - und naturgemäß fliegen dann auch im Fernsehen die Fetzen.

So auch gestern beim ersten direkten Aufeinandertreffen der fünf aussichtsreichsten französischen Präsidentschaftskandidaten. Die TV-Debatte, einen Monat vor dem ersten Wahlgang, war der Startschuss in die heiße Phase des Wahlkampfs.

Vor allem zwischen der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron ging es zur Sache - sie sind die aussichtsreichsten Anwärter, sich beim ersten Wahlgang am 23. April für die Stichwahl zu qualifizieren.

Le Pen will dem französischen Volk "seine Souveränität zurückgeben"

Le Pen setzte auf ihre bekannte Linie: Abschottung, Protektionismus und provokant-scharfzüngige Angriffe auf ihre Konkurrenten. Das französische Volk müsse "seine Souveränität zurückerlangen", forderte sie - Le Pen will eine Rückkehr zu einer eigenen Währung und ein Referendum über den Ausstieg aus der Europäischen Union.

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Die 48-Jährige sagte der Einwanderung den Kampf an, beklagte eine "Explosion der Unsicherheit" in Frankreich, und machte die Europäische Union verantwortlich für "Arbeitslosigkeit und Armut".

Auch auf Macron hatte es Le Pen abgesehen. Mehrmals ging die 39-Jährige den Politikjungstar scharf an, der sie derzeit laut Umfragen in einer Stichwahl klar schlagen würde.

Und Macron gab Konter, ob beim Thema Europa oder als Le Pen die "Burkini"-Debatte um Ganzkörper-Schwimmanzüge für Musliminnen aufwärmte: "Sie tappen in die Falle, die Franzosen zu spalten", warf ihr Macron an den Kopf.

Macron stellte seinen "Pragmatismus" heraus

Für Macron war der Auftritt besonders heikel: Für ihn ging es darum, seiner Rolle als Überraschungsfavorit in den Umfragen gerecht zu werden - zugleich hat er als einziger in der Runde noch nie zuvor für ein politisches Mandat kandidiert.

Er hielt den Angriffen von Rechts und Links stand, zeigte sich offen für Vorschläge aus verschiedenen Richtungen und stellte seinen "Pragmatismus" als zentrale Qualität heraus.

Laut einer Blitzumfrage des Senders BFMTV mit Erfolg: 29 Prozent der Befragten hielten ihn für den überzeugendsten der fünf Kandidaten.

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Beim Thema Einwanderung gab es einen heftigen Schlagabtausch zwischen Le Pen und dem Kommunisten Jean-Luc Mélenchon: "Die Leute gehen nicht aus Vergnügen in die Immigration. Das ist ein erzwungenes Exil", so Mélenchon.

Der Konservative Fillon setzt auf seine Erfahrung

Der konservative Kandidat, der 63-jährige Ex-Premierminister François Fillon ließ sich nicht auf das Minenfeld der Affäre um den Verdacht einer Scheinbeschäftigung seiner Frau führen. Er wählte einen gesetzten, staatsmännischen Ton.

Vor allem in der Wirtschaftspolitik trafen konträre Positionen aufeinander. Fillon kritisierte Le Pens Forderung nach einem Ausstieg aus dem Euro: Damit sei sie der "Serienkiller der Kaufkraft".

"Ich habe einige Fehler, wer hat das nicht", sagte Fillon. "Aber ich habe Erfahrung." Ein weiteres Argument von Fillon: Er sei der einzige, der bei der im Juni (nach der Präsidentschaftswahl) anstehenden Parlamentswahl eine klare Regierungsmehrheit erhalten könne.

Allerdings müsste Fillon eine spektakuläre Aufholjagd hinlegen, um in die Stichwahl zu kommen - in einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Instituts Elabe lag er bei 17,5 Prozent und damit 7,5 bis 8 Punkte hinter Le Pen und Macron.

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(ben)

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