"Schulzzug" überrollt Petry, Trump und Putin - SPD-Videospiel sorgt für Wirbel

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Der "Schulzzug" rollt in einem Videospiel - und überfährt Petry, Trump und Putin | Screenshot/Schulzzug.eu
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  • In "Schulzzug - The Game" steuern Spieler einen Zug mit dem SPD-Kanzlerkandidaten als Lokführer
  • Ein sechsköpfiges Team hat das Spiel bei einem SPD-Treffen entwickelt
  • Kritiker finden "Schulzzug" geschmacklos, weil sich darin Figuren von Petry, Trump und Putin überrollen lassen

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist seit dem Wochenende nicht nur der neue Vorsitzende seiner Partei - sondern auch der Star eines Videospiels.

Nutzer können seit einigen Tagen "Schulzzug - The Game" spielen - sowohl über den Browser als auch per App. Doch das Spiel ist umstritten.

Denn der Spieler steuert darin den namensgebenden "Schulzzug" mit dem Kanzlerkandidaten als Lokführer und soll ihn ins Kanzleramt lenken. Er muss Hindernissen ausweichen und Münzen sammeln.

Alles ganz harmlos, sollte man meinen. Doch nicht nur Schranken versperren dem Lokführer Schulz den Weg, auch Personen stehen auf den Gleisen.

Petry, Trump und Putin auf den Gleisen

"Fiese Populisten versuchen, mit ihren rückwärtsgewandten, beschränkten und mauerorientierten Ideologien den Weg zu versperren", zitiert SWR3 aus der Spielanleitung. Eine Formulierung, die sich mittlerweile nicht mehr auf der Webseite des Spiels finden lässt.

Tatsächlich ähnelt eine Person, die vor dem Zug auf den Gleisen auftaucht, mit ihrem Kostüm und einem Kurzhaarschnitt der AfD-Chefin Frauke Petry.

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Im späteren Spielverlauf trifft der Nutzer auch auf den US-Präsident Donald Trump und den russische Präsidenten Wladimir Putin. Ist der Spieler nicht schnell genug, kann der Zug diese Figur überfahren - was dem Ganzen einen makabren Beigeschmack gibt. Zu sehen in diesem Video des Bayerischen Rundfunks:

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner kritisierte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Bei allem Sinn für Humor" sollte die SPD daran denken, was ihre Politiker sagen würden, "wenn andere Parteien aus Gag Menschen im Spiel überfahren ließen!":

Zwischen "Geschmacklos" und "wahnsinnige Gaudi"

Auch im Google Playstore, wo die App zum Spiel verfügbar ist, kritisieren die Nutzer diesen Aspekt: "Aha, wir überfahren jetzt unsere Gegner. Und wo fährt so ein Zug hin? Sachsenhausen? Geschmackloses Spiel."

Den Schulz-Fans gefällt das Spiel dagegen. "Was eine wahnsinnige Gaudi. Endstation Kanzleramt", schreibt einer etwa.

Das Spiel entstand beim ersten SPD-Hackathon. Ein sechsköpfiges Team soll es innerhalb von nur 18 Stunden entwickelt haben, berichtet der Radiosender SWR3.

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(ben)

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