Die USA verlieren die Geduld mit Nordkorea - jetzt droht sogar ein bewaffneter Konflikt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP KIM K
Die USA verlieren die Geduld mit Nordkorea - jetzt droht sogar ein bewaffneter Konflikt | Getty
Drucken
  • Nordkorea macht große Fortschritte bei seinen Atom- und Raketentests
  • Die Trump-Regierung reagiert aggressiv auf die Provokationen Kim Jong Uns
  • Sie droht mit harten Sanktionen - und schließt auch Militärschläge nicht mehr aus

Donald Trump hat eigentlich ein Faible für Autokraten. Im Wahlkampf sprach er positiv über Saddam Hussein, er lobte das harte Durchgreifen der Chinesen auf dem Tiananmen-Platz und mit Wladimir Putin scheint er sich eh sehr gut zu verstehen.

Auf einen Diktator ist Trump jedoch nicht gut zu sprechen: Nordkoreas Kim Jong Un. Der provoziert die Vereinigten Staaten mit immer dreisteren Raketentests und dem Versuch, Atombomben zu bauen.

Die USA eskalieren jetzt ihrerseits den Streit - indem sie mit rabiaten Sanktionen und sogar Präventivschlägen gegen das Land drohen. Die angespannte Situation könnte schon bald in einen bewaffneten Konflikt ausarten.

Trump-Regierung will Nordkorea international isolieren

Nordkorea soll vom globalen Finanzsystem ausgeschlossen werden - so sehen es die geplanten Sanktionen der Trump-Administration vor, über die die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Regierungsmitarbeiter berichtet.

Die Strafmaßnahmen wären demnach Teil eines vielschichtigen Plans, “zunehmenden ökonomischen und diplomatischen Druck - besonders auf chinesische Banken, die eine Großzahl der nordkoreanischen Geschäfte abwickeln - zu machen.”

Trump möchte China dazu zu bewegen, mehr gegen die Umtriebe des nordkoreanischen Diktators zu unternehmen.

Chinas zurückhaltende Politik gegenüber Nordkorea

Denn der chinesische Staat tut in der Tat wenig, um Kim Jong Un im Zaum zu halten. Vielmehr konnte sich der kommunistische Norden Koreas lange der uneingeschränkten Unterstützung der Regierung in Peking sicher sein.

Zu diesem Ergebnis kommt auch ein kürzlich erschienener Bericht des Stockholm International Peace Research Institute. Die Autoren schreiben, dass China erst nach Nordkoreas zweitem Nukleartest im Jahr 2013 Bereitschaft gezeigt habe, “eine stärkere Position gegen Nordkorea zu beziehen”.

Ein Großteil der chinesischen Experten glaube aber noch immer, dass Chinas Modell der ökonomischen Sonderzonen zu Reformen im Nachbarland führen würde.

Auch wenn die chinesische Regierung auf offizieller Eben begonnen habe, Nordkoreas Nuklearprogramm zu kritisieren, würden sowohl offizielle als auch inoffizielle Stimmen betonen, “dass Sanktionen keine atomare Abrüstung erreichen werden und Nordkorea nur zurück an den Verhandlungstisch bringen können.”

Diese Zurückhaltung Chinas sorgt für großen Ärger beim US-Präsidenten Trump. Erst vor wenigen Tagen twitterte er: “Nordkorea verhält sich sehr schlecht. Sie haben die USA seit Jahren “ausgespielt”. China hat wenig getan, um zu helfen!”

US-Außenminister Rex Tillerson warnt Kim Jong Un

Am vergangenen Donnerstag erklärte zudem US-Außenminister Rex Tillerson, dass die “Politik der strategischen Geduld” mit Nordkorea ein Ende habe. Einen Tag später sagte Tillerson im südkoreanischen Seoul: “Alle Optionen sind auf dem Tisch.”

Sollte heißen: Die USA sind zu militärischen Präventivschlägen gegen Nordkorea bereit. Die Spannungen auf der Halbinsel hätten “ein ziemlich gefährliches Niveau” erreicht, sagte Tillerson. Zwar habe man sich verpflichtet, “alles zu tun, um zu verhindern, dass irgendeine Art von Konflikt ausbricht” - ein militärisches Vorgehen schloss er aber bewusst nicht aus.

Wie ein US-Regierungsmitarbeiter Reuters berichtete, könnte dies auch die Form von Cyber-Attacken und verdeckten Operationen annehmen.

Nordkorea zeigt sich unbeeindruckt

In Nordkorea zeigt man sich ob des US-amerikanischen Säbelrasselns unbeeindruckt. Choe Myong Nam, stellvertretende Botschafterin Nordkoreas bei der UN, sagte Reuters: “Natürlich haben wir keine Angst vor irgendwelchen militärischen Aktionen.”

Nordkorea wolle die Aggressionen der USA und Südkoreas aber zum Anlass nehmen, den Ausbau seines Atomraketen-Programms noch zu beschleunigen. “Wir werden unsere nationalen Verteidigungskapazitäten und unsere Fähigkeit für Präventivschläge mit Atomwaffen stärken”, sagte Choe.

Tatsächlich macht Nordkorea bei seinem Atomprogramm große Fortschritte. Am Montag sagte Yukiya Amano, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dem “Wall Street Journal”, das Land habe die Größe seiner Urananreicherungsanlagen in den vergangenen Jahren verdoppelt. Nordkorea habe die Kapazität, Uran und Plutonium zu produzieren, erheblich ausgebaut.

Im vergangenen Jahr führte Nordkorea 20 Raketentests und zwei Atomversuche durch. Amano warnt, dass ein Atomdeal wie mit dem Iran mit Kim Jong Un nicht möglich sei: “Wir können nicht optimistisch sein. Die Chancen stehen sehr schlecht.”

Dann bliebe auf Dauer nur noch die von den USA eingebrachte militärische Lösung des Konflikts - ein sehr beunruhigender Gedanke.

Mit Material der dpa

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(bp)