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Wahl-O-Mat zu Saarland 2017: Welche Partei zu euch passt, findet ihr spielerisch heraus

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Der Wahl-O-Mat für die Wahl Saarland 2017 ist da | bpb
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  • Zu Saarland 2017 gibt es wieder einen Wahl-O-Mat
  • Dieser soll eine spielerische Entscheidungshilfe für die Wahl der neuen Landesregierung am Sonntag sein
  • Mit dem "Schulz-Hype" ist anstelle einer Großen Koalition nun auch Rot-Rot-Grün denkbar

Wahl-O-Mat zur Saarland-Wahl: Das Saarland ist mit seiner großen Koalition zufrieden. Daher sind Experten lange Zeit davon ausgegangen, dass die Bürger bei der Landtagswahl am 26. März für eine Neuauflage von Schwarz-Rot stimmen werden. Mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) an der Spitze.

Doch dann wurde Martin Schulz der Kanzlerkandidat der SPD - und plötzlich ist im kleinsten Flächenland der Republik das Rennen offen: Mit dem "Schulz-Hype", der auch der SPD an der Saar Flügel verleiht, sei eine rot-rot-grüne Koalition realistischer geworden, sagt der Parteienforscher Uwe Jun.

Und nach neuen Meinungsumfragen ist auch Rot-Rot im Spiel.

Das sagen die Umfragen

Eine Umfrage für die ARD-"Tagesthemen" sehen CDU (35 Prozent) und SPD (34 Prozent) an der Saar nahezu gleich stark. In einem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer Extra" liegt dagegen die CDU mit 37 Prozent klar vor der SPD mit 32 Prozent.

Die Linke käme auf 12 Prozent. Grüne und FDP (jeweils 4 Prozent) würden den Einzug in den Landtag verfehlen. Die AfD wird bei 7 Prozent gesehen. Damit wäre eine Fortsetzung der von der CDU angeführten großen Koalition möglich.

Offen ist, ob es zum ersten Mal in einem westdeutschen Flächenland für ein rot-rotes Bündnis aus SPD und Linken reichen könnte.

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Der Wahl-O-Mat für Saarland 2017

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Die Entscheidung liegt am 26. März bei den Wählern. Bis dahin gilt es für jeden, die Partei zu finden, die die eigenen Ansichten am besten vertritt.

Auf spielerische Art und Weise hilft dabei der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. 15 der 16 Parteien, die in den saarländischen Landtag einziehen wollen, haben hierfür Fragen beantwortet.

Hier findet ihr den Wahl-O-Mat für Saarland 2017

Daraus hat die bpb insgesamt 38 Thesen für den Wahl-O-Mat formuliert. Zum Beispiel: "An Grundschulen im Saarland soll Französischunterricht ab der ersten Klasse flächendeckend angeboten werden." Oder: "Im Saarland sollen keine weiteren Flächen Flächen für Windkraftanlage ausgewiesen werden."

  • Wie steht ihr zu den Thesen?

Unter jeder These kann der Nutzer angeben, wie er zu der Aussage steht. Er stimmt zu, oder nicht. Oder ist er in dieser Sache neutral? Auch die Option "These überspringen" gibt es.

  • Was ist euch wichtig?

38 Thesen können Interessierte so bewerten. Anschließend ist es möglich, Themen als wichtig zu markieren. Diese werden in der Auswertung doppelt gewertet.

  • Welche Parteien interessieren euch?

Im nächsten Schritt kann der Nutzer zudem festlegen, mit welchen Parteiprogrammen seine Position verglichen werden soll. Bis zu acht Parteien können hierfür ausgewählt werden.

  • Das Ergebnis

Am Ende zeigt der Wahl-O-Mat an, wie hoch die Übereinstimmung bei den ausgewählten Thesen zwischen der Antworten des Nutzers und der Partei sind.

Das kann eine Hilfe für die Wahl sein. Jedoch sollte sich jeder Wähler vor der Stimmabgabe am besten nochmals tiefergehend über seine favorisierte Partei informieren. Denn der Wahl-O-Mat ist ein informatives Spiel.

Rehlinger (SPD) vs. Kramp-Karrenbauer (CDU)

Mitte März scheint die Stimmungslage, eine Wende anzudeuten: Dank Schulz werde die Saar SPD wohl ein "paar Prozentpunkte" zusätzlich kassieren, sagtt der Politikwissenschaftler Jun von der Universität Trier. Das spielt SPD-Herausforderin Anke Rehlinger in die Hände, die von einer "sensationellen Aufbruchsstimmung" spricht.

Die Vize-Regierungschefin will den Ministerpräsidenten-Sessel nach 18 Jahren von CDU zurückholen. Die 40-Jährige trifft vor der Wahl aber keine Koalitionsaussage, hält sich Rot-Rot-Grün offen. "Am Wahltag werden die Karten neu gemischt", sagt sie selbstbewusst.

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Das ärgert Kramp-Karrenbauer (54), die sich bereits im vergangenen Jahr klar zur Fortsetzung der großen Koalition in dem Land mit knapp einer Million Einwohnern bekannt hat. Das Bündnis habe erfolgreich gearbeitet, das gemeinsame "Projekt" sei noch nicht abgeschlossen.

Damit meint die CDU-Frau vor allem, den Konsolidierungskurs des hoch verschuldeten Landes zu halten, um mit den neu geregelten Bund-Länder-Finanzen ab 2020 jährlich 500 Millionen Euro zusätzlich im Haushalt zur Verfügung zu haben.

saarland wahl

Für Kramp-Karrenbauer und Rehlinger ist es kein leichter Wahlkampf, muss doch das Duo, das in den vergangenen Jahren geräuschlos zusammen regiert hat, nun zum Duell übergehen.

Die Spitzenkandidatinnen müssen sich thematisch voneinander abgrenzen, aber auch so miteinander umgehen, dass sie sich nach der Wahl bei Bedarf wieder zusammensetzen können. "Natürlich gibt es Rivalität", sagt Kramp-Karrenbauer.

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Mit dpa-Material.