6 beunruhigende Fakten über Propecia, das Haarwuchsmittel von Donald Trump

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U.S. President Donald Trump attends the National Prayer Breakfast event in Washington, U.S., February 2, 2017. REUTERS/Carlos Barria | NICHOLAS KAMM via Getty Images
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Das weißgoldene Haupthaar ist neben der orangenen Hautfarbe eines der Erkennungsmerkmale von US-Präsident Donald Trump.

Für seine 70 Jahre ist die Haarpracht verblüffend. Doch die Ursache für sein fülliges Haar liegt nicht etwa in den guten Genen des Präsidenten. Sein Hausarzt Harold Bornstein lüftete kürzlich das Geheimnis der Trump-Mähne in der amerikanischen Tageszeitung "New York Times": Das Haarwuchsmittel Propecia mit dem Wirkstoff Finasterid zaubere seinem Patienten das dichte Haar.

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Doch bevor sich jetzt alle mit weniger Haupthaar gesegneten Männer hoffnungsvoll auf den Weg in die Apotheke begeben - die Einnahme des Haarwuchsmittels könnte für Männer riskant sein.

Seit 2011 haben schon mehr als 1.200 Menschen gegen den Hersteller des Haarwuchsmittels, den Merck Konzern, geklagt, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. Das Haarwuchsmittel hat offenbar zahlreiche ernstzunehmende Nebenwirkungen.

1. Der Wirkstoff kann Erektionsstörungen verursachen

US-Forscher haben bereits vor einigen Jahren in einer Studie nachgewiesen, dass der Wirkstoff Finasterid Erektions- und Ejakulationsstörungen verursachen kann. Dafür reiche sogar schon eine geringe Dosis aus.

Die neueste Studie dazu haben Wissenschaftler der Universität Chicago durchgeführt. Das erschreckende Ergebnis: Jeder hundertste Finasterid-Kunde soll dauerhafte Erektionsstörungen entwickeln.

Der Grund: Finasterid verändert den Hormonhaushalt im Körper. Der Wirkstoff verhindert die Umwandlung von Testosteron in das sogenannte Dihydrotestosteron, das zum einen die Haarwurzel angreift und zum anderen das Wachstum der Prostata beeinflusst.

Dadurch wird die Wirkung des Sexualhormons Testosteron abgeschwächt. Darunter leidet auch die Libido.

2. Finasteride lösen ein Brustwachstum aus

Nehmen Männer den Stoff Finasterid zu sich, können ihnen aufgrund des veränderten Hormonhaushalts sogar Brüste wachsen (sogenannte Gynäkomastie), warnt die medizinische Fachzeitschrift "praxisvita". In Internetforen finden sich zahlreiche Patienten, die das bestätigen.

Auch in der Packungsbeilage des Medikaments soll ein Hinweis auf ein mögliches Wachsen der Brust zu finden sein. Hinzu kommen in seltenen Fällen weitere Nebenwirkungen wie Schwindel oder Gewichtsveränderungen.

3. Schwere Depressionen sind nicht unwahrscheinlich

Mehrere Studien belegen außerdem, dass durch die Einnahme von Finasteriden depressive Symptome entstehen können, wie die Ärzte-Zeitung "Gute Pillen-Schlechte Pillen" berichtet. Teilweise hätten sich die Symptome drei Wochen nach Absetzen des Medikaments wieder zurückgebildet. In anderen Fällen hingegen wären sie noch nach drei Monaten nicht abgeklungen.

In den USA kämpft mittlerweile sogar schon eine Stiftung für die Patienten, die unter der Einnahme des Medikaments depressiv geworden sind: Die "Post-Finasteride Syndrome Foundation".

Der Sohn von Stiftungsgründer John Santmann hatte sich 2008 im Alter von nur 22 Jahren das Leben genommen, weil er unter schweren Depressionen litt. Seine Familie ist überzeugt davon, dass das Haarwuchsmittel die Depressionen verursacht hat. Jetzt will sie mit ihrer Stiftung andere Menschen vor den Risiken des Wirkstoffs warnen.

4. Die Störungen sollen dauerhaft und nicht behandelbar sein

In einem Internetforum der Stiftung sammeln sich Patienten, die unter der Einnahme des Medikaments leiden. Sie berichten von weiteren Nebenwirkungen wie Muskelschwund, Verdauungsproblemen, Hautirritationen und Konzentrationsstörungen. Viele dieser Nebenwirkungen sind offenbar von Dauer und nicht behandelbar.

Wenn Männer die Nebenwirkungen bemerken, könne es schon zu spät sein. Denn diese können auch dann noch anhalten, wenn die Patienten schon längst aufgehört haben, die Pillen zu nehmen, heißt es in der aktuellsten Studie der Northwestern Universität Chicago.

5. Frauen sollten das Medikament unter keinen Umständen nehmen

Für Männer könnte Propecia riskant sein - Frauen sollten wegen ihres Hormonhaushalts gar nicht erst daran denken, es einzunehmen. Schwangere Frauen könnten damit die Gesundheit ihres Babys gefährden. Außerdem ist das Haarwuchsmittel bei Frauen unwirksam, wie die Initiative "International society of hair restoration surgery" berichtet.

6. Das Mittel wird zu leichtfertig verschrieben

Offenbar sind sich nicht alle Ärzte der Gefahren des Medikaments bewusst oder nehmen sie nicht ernst. Immer wieder verschreiben Haus- oder Hautärzte es zu leichtfertig. Erst im vergangenen Jahr soll es dem Hersteller laut des Marktforschungsinstituts IMS Health rund 16 Millionen Euro eingebracht haben.

In Anbetracht der schweren Nebenwirkungen eine bedenkliche Zahl. Kein Haarschopf der Welt sollte es wert sein, die eigene Gesundheit leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Und, wie das Beispiel Donald Trump eindrücklich beweist, liegt Schönheit ohnehin immer im Auge des Betrachters.

Denn ob die gelbschimmernde Haarwelle den amerikanischen Präsidenten hübscher macht, sei dahin gestellt.

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(mm)