Elternzeit: Was ihr zu Basis-Elterngeld und Elterngeld Plus wissen müsst

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Elternzeit - was man alles beachten muss | Tara Moore via Getty Images
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  • Während der Elternzeit gilt der Kündigungsschutz
  • Mütter und Väter müssen den Arbeitgeber sieben Wochen vor Antritt der Elternzeit informieren
  • Es besteht ein Anrecht auf 36 Monate unbezahlte Auszeit für das Kind, ohne den Arbeitsplatz zu gefährden

Das Baby ist da - eine aufregende Zeit beginnt. Und damit auch die Möglichkeit, in Elternzeit zu gehen. Denn der Gesetzgeber ermöglicht Frauen und Männern, bis zu 36 Monate lang Elternzeit zu nehmen, wenn sie ein Kind bekommen haben.

Und die Beliebtheit des Angebots wächst auch unter den Vätern: Fast jeder vierte Elternteil, der diese Leistung 2016 bekam, war ein Mann (22,2 Prozent). Im Jahr zuvor war es nur gut jeder Fünfte (20,9 Prozent), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden im Juni 2017 mitteilte.

Rund 364.850 Väter erhielten Elterngeld - fast zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei den Müttern betrug das Plus gut drei Prozent. Insgesamt bekamen rund 1,64 Millionen Mütter und Väter Elterngeld, ein Anstieg um fünf Prozent. Am höchsten war der Väteranteil in Sachsen (26,5 Prozent), am niedrigsten im Saarland (17,0 Prozent).

Jedoch ob Mama oder Papa - wer in Elternzeit gehen will, sollte diese Zeit gut planen.

Basiselterngeld oder Elterngeld Plus?

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden, können zwischen dem Bezug von Basiselterngeld (dem bisherigen Elterngeld) und Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren.

Die zweite Option soll insbesondere Teilzeitarbeit attraktiver machen. Denn Wer nach der Geburt des Kindes Teilzeit arbeitet, verlängert die Bezugszeit für das Elterngeld. Aus einem Elterngeld-Monat werden dann zwei Bezugsmonate in Teilzeit.

Entscheiden Mütter und Väter sich, zeitgleich mit ihrem Partner in Teilzeit zu gehen – für vier Monate lang parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden – erhalten sie mit dem Partnerschaftsbonus vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate", schreibt die Informationsseite "Elterngeld-Plus".

"Dies kam vor allem bei den Frauen auf Anhieb gut an", stellen die Statistiker fest. Jede fünfte Mutter, die Elterngeld erhielt und die Möglichkeit hatte, entschied sich bereits 2016 für "Elterngeld Plus". Bei den Vätern betrug der Anteil nur 8,2 Prozent. Insgesamt betrug der Anteil 17,4 Prozent.

Wann meldet man die Elternzeit an?

Die Elternzeit ist sieben Wochen vor deren Beginn oder früher anzumelden. Es ist ratsam, dass bei der Anmeldung die Zeiträume für die folgenden beiden Jahre feststehen. Das empfiehlt das Internetportal "Leben und Erziehen".

Wenn man beispielsweise ein Jahr Elternzeit anmeldet, ist eine spätere Verlängerung um ein weiteres Jahr nicht in jedem Fall machbar. Die Verlängerung ist dabei von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig, der darüber frei entscheidet.

Wenn Eltern die Partnermonate des Elterngelds nutzen möchten, ist diese Entscheidung sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber anzumelden, wenn diese Zeit in Kombination mit der Elternzeit genutzt wird. Diese Regelung gilt unabhängig vom Antrag für das Elterngeld.

Wie sicher ist der Job?

Der Kündigungsschutz, den die Mütter und Väter während der Elternzeit genießen, tritt mit deren Anmeldung und frühestens zwei Monate vor Beginn dieser Zeit in Kraft. Der Arbeitsplatz bleibt seitens des Arbeitgebers weiterhin in vollem Umfang gesichert.

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Kündigungen erfolgen in dieser Zeitspanne ausschließlich in absoluten Ausnahmefällen und wenn parallel eine Aufsichtsbehörde die Kündigung für wirksam erklärt.

Wie lange gibt es die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen?

Wenn ein Kind nach dem 30. Juni 2015 geboren wurde, besteht die Möglichkeit, mit der Zustimmung des Arbeitgebers ein Jahr der Elternzeit noch zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr des Kindes zu nehmen. Für alle vorher geborenen Kinder gilt die Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres.

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Die Eltern haben die freie Wahl, wer diese Freistellung vom Beruf in Anspruch nimmt oder ob beide Elternteile gleichzeitig in Elternzeit gehen und diese aufteilen. Es spielt keine Rolle, ob die Mutter oder der Vater die Elternzeit nutzt.

Wie viel Geld gibt es während der Elternzeit?

Wie hoch das Elterngeld letztlich ist, wird anhand des Nettoeinkommens vor der Geburt berechnet und schwankt zwischen 65 und 67 Prozent. Geringverdienende Eltern werden dem Bundesministerium für Familie zufolge zusätzlich unterstützt.

Monatlich steht es dem Elternteil, der sich in Auszeit befindet, zudem frei, bis zu 30 Stunden zu arbeiten, ohne dass die Elternzeitregelung davon ausgehebelt wird. Das gilt auch, wenn sich Mutter und Vater gleichzeitig in Elternzeit befinden.

Wer noch mehr Informationen sucht:
Das Bundesministerium für Familie bietet werdenden Eltern viele Informationen auf einen Blick an. Sowohl auf der Homepage an dieser Stelle - als auch in Broschüren wie dieser hier.

Mit Material der dpa.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde am 27. Juni 2017 mit neuen statistischen Daten aktualisiert.

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(silo/cho)

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