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17/03/2017 20:46 CET | Aktualisiert 17/03/2017 21:04 CET

Photoshop-Eklat: So verunstaltet die AfD ein Foto von Kanzlerkandidat Schulz

  • Die AfD hat auf Facebook ein verunstaltetes Bild des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz geteilt

  • Seine Gesichtszüge waren bearbeitet, er erhielt dickere Wangen und eine spitze Nase

Die AfD kämpft mit dem "Schulz-Effekt". Seit der Ernennung des ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten der SPD leidet die rechtspopulistische Partei unter sinkenden Umfragewerten.

Die AfD attackiert daher den sozialdemokratischen Spitzenkandidaten - und das auch mit schmutzigen und zweifelhaften Methoden.

Ein Facebook-Post der AfD vergangene Woche zeigte ein Bild Martin Schulz' unter dem Titel "Fake News auf zwei Beinen". Das Social-Media-Team der AfD bearbeitete dabei die Gesichtszüge des Kanzlerkandidaten. Die Wangen erscheinen voller, der Mund enger, die Nase spitzer und länger. Passend eben für einen vermeintlich ertappten Lügner.

Der Beitrag bezog sich auf einen Auftritt Schulz' am 4. März in Würzburg. Der Kanzlerkandidat hatte dort seine Fans aufgefordert, seinen Namen zu rufen. Darüber berichtete unter anderem die "Welt". Die Aufforderung allein war Beweis genug für die AfD, dass der gesamte Hype um Schulz nur eine Inszenierung ist.

Dass seit der Ernennung Schulz' die Mitgliederzahl der SPD in die Höhe schnellte, seine Partei tatsächlich höhere Umfragewerte vorweisen kann - davon ist keine Rede.

Mehr zum Thema: Die Junge Union macht sich über Martin Schulz lustig - aber das geht nach hinten los

Mangelnder Respekt und ungute Erinnerung

Bedenklich ist der Post der AfD einerseits, weil er mangelnden Respekt bezeugt. Da wird ein Kandidat angegriffen, indem sein Gesicht per Bildbearbeitung verunstaltet wird.

Der israelische Schriftsteller Shahak Shapira sagte dazu dem Online-Magazin "Vice": "Selbst ich als Satiriker, der für sein Leben gern die AfD verarscht, bin noch nie auf die Idee gekommen, die Gesichter von AfD-Politikern mit Photoshop zu bearbeiten."

Schockierend ist der Post auch, weil man sich daran erinnert fühlen kann, wie die NSDAP gegen Juden Stimmung gemacht hat. Ihre Plakate zeigten stereotypische Zeichnungen von Juden. Eine lange, spitze Nase war hier obligatorisch.

Die AfD hatte in einem vertraulichen Konzept-Papier angekündigt, im Wahlkampf Tabus brechen zu wollen und auf eine "Eskalation der Konflikte" zu setzen. So sieht das also in Aktion aus.

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(jg)

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