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Dieses Naturphänomen sorgt für Begeisterung - doch die meisten ahnen gar nicht, was dahinter steckt

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Ein Foto in den sozialen Netzwerken fasziniert aktuell Tausende Menschen - doch viele wissen nicht, was dahinter steckt. Auf der Fotoplattform Instagram staunen Nutzer gerade über eine Aufnahme der Meereswellen vor der Küste Tasmaniens. Darauf ist nämlich ein ganz besonderes Naturschauspiel zu sehen. Das Wasser glitzert und leuchtet in der Nacht in einem beeindruckenden Hellblau.

Eine Instagram-Nutzerin hat einige außergewöhnliche Aufnahmen davon vor den Küsten “Preservation Bay” und “Rocky Cape” im Nordwesten von Tasmanien gemacht. Die Bilder erscheinen wie aus einem Fantasyfilm. Viele Instagram-Nutzer kommentieren sie mit den Worten “prachtvoll” oder “fantastisch”.

Was sich dort vor der Küste Tasmaniens abspielt, ist ein sichtbar schönes Spektakel, doch dahinter steckt eine deutliche Warnung der Natur.

Das leuchtende Wasser ist ein Phänomen namens Biolumineszenz

Das glänzende Leuchten im Wasser ist ein natürliches Phänomen namens “Biolumineszenz” und wird durch zahlreiche Bakterien im Salzwasser erzeugt. Starke Bewegungen wirbeln diese Bakterien auf, erzeugen dadurch chemische Energie und leuchten im Wasser. Dieses Phänomen ist beispielsweise auch bei Glühwürmchen zu sehen, schreibt der wissenschaftliche Verlag “Spektrum” in einem Bericht. Und auch weltweit ist das Spektakel der biolumineszenten Bakterien in den Meeren zu sehen.

In Tasmanien ist die Ursache der Klimawandel

Doch in Tasmanien hat es eine ganz andere Ursache, nämlich den Klimawandel. Denn es ist nicht natürlich bedingt, dass es so viele biolumineszenten Bakterien im Meer und anderen Gewässern gibt.

Grund für den extremen Anstieg dieser Bakterien vor der Küste Tasmaniens sind Nährstoffe die durch das Abwasser der Landwirtschaft und Industrie in die Gewässer gelangen und diese Bakterien versorgen. Außerdem trägt auch die allgemeine Klimaerwärmung dazu bei, dass sich die Bakterien vermehren, schreibt das amerikanische Wissenschaftsmagazin “Popular Science”.

Die Bakterien sind eine Gefahr für den ganzen Antarktischen Ozean

In Tasmanien wurden beispielsweise bis zum Jahr 1994 keine dieser Bakterien im Wasser gefunden, berichtet das wissenschaftliche Magazin “New Scientist”.

“Diese biolumineszenten Bakterien sind eine Gefahr für den gesamten Antarktischen Ozean. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kieselalgen, die eigentlich das Hauptnahrungsmittel von anderen Organismen ist”, erklärt Gustaaf Hallegraeff von der Universität Tasmanien im “New Scientist”.

Die hellblau glitzernden Wellen vor der Küste Tasmaniens sind also beeindruckend und schön anzusehen, doch sie stellen auch anschaulich und ein bisschen beänstigend den fortschreitenden Klimawandel auf der Erde dar.

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(ame)