Auf dem Rückweg zur Volkspartei: Die SPD kann sich Hoffnungen auf gleich drei Landtagswahlsiege machen

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Auf dem Rückweg zur Volkspartei: Die SPD kann sich Hoffnungen auf gleich drei Landtagswahlsiege machen | Getty
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  • Jahrelang siechte die SPD an der Seite von Angela Merkels CDU dahin
  • In Umfragen stürzte sie ab, es kamen Zweifel am Volkspartei-Status der Sozialdemokraten auf
  • Jetzt stehen drei Landtagswahlen an - und dank Martin Schulz ist die SPD in allen Mitfavorit

Tiefe Täler hat die SPD durchschritten. Vor nicht mal einem Jahr drohte sie unter die 20-Prozentmarke in den Umfragen zu fallen. Fast hätte sie ihren Status als Volkspartei verloren.

Wo ein solcher Niedergang enden kann, zeigten jüngst die Sozialdemokraten der PvdA bei der Niederlande-Wahl - nämlich in der Bedeutungslosigkeit.

Für die SPD kam es anders. Für die deutschen Sozialdemokraten kam Martin Schulz. Seitdem herrscht Euphorie. Der von seinen jungen Fans "Gottkanzler" getaufte Hoffnungskandidat führt seine Partei von Umfragehoch zu Umfragehoch.

Das galt bisher vor allem für die Wahlprognosen für die Bundestagswahl - doch jetzt wirkt der Schulz-Effekt auch bis in die Bundesländer hinein. Hält er an, könnte die SPD wieder zu einer echten Volkspartei werden.

Drei Landtagswahlen, drei SPD-Hoffnungen

In drei Bundesländern wird demnächst gewählt. Zuerst im März im Saarland, dann im Mai in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Und bei allen drei Wahlen kann sich die SPD Hoffnungen auf einen Sieg machen.

Am engsten wird es im Saarland: Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Koalitionspartner CDU und SPD ab. Nach einer am Donnerstagabend veröffentlichten ARD-Vorwahlumfrage liegt die CDU bei 35 Prozent und verliert damit drei Punkte im Vergleich zu Mitte Januar.

Die SPD kommt auf 34 Prozent und hat damit acht Punkte zugelegt - ein kräftiger Schub seit Januar, dank der Nominierung von Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten.

Die Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten im Saarland, Anke Rehlinger, glaubt, dass das Wahlergebnis der zuletzt in der Wählergunst gestiegenen SPD ein Fingerzeig sein könnte, "dass man als Juniorpartner in einer großen Koalition nicht zwangsläufig (...) abgestraft wird."

Albig und Kraft vor der Mission Wiederwahl

Nicht als Herausforderer, sondern als Favorit geht die SPD in Schleswig-Holstein und NRW ins Rennen. Bei der Landtagswahl in nördlichsten Bundesland am 7. Mai kann die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und SSW nach einer neuen Umfrage von infratest dimap auf eine Mehrheit hoffen.

Würde der Landtag schon an diesem Sonntag gewählt, könnte die SPD demnach mit 33 Prozent rechnen - ein Gewinn von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Dezember letzen Jahres. Die CDU bekäme nur 27 Prozent. Für SPD-Ministerpräsident Torsten Albig ist eine zweite Amtszeit also wahrscheinlich.

Wie auch für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Eine aktuelle Umfrage des Forsa-Instituts ergibt: Wenn schon jetzt gewählt würde, könnte die SPD mit 40 Prozent der Stimmen rechnen.

Wieder ist der Schulz-Effekt am Werk - denn seit der Nominierung ihres Kanzlerkandidaten habe sich die SPD in NRW um fünf Prozentpunkte verbessert, bescheinigt Forsa.

Schulz-Effekt hat Grenzen

Die SPD wäre in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland also sicher die stärkste Kraft. Doch laut der Umfrage gibt es auch einen Wermutstropfen: Die derzeit regierende rot-grüne Koalition würde demnach ihre Mehrheit verlieren, weil die Grünen laut der Umfrage mit nur sechs Prozent ihr Wahlergebnis von 2012 fast halbieren würden.

Es wäre aber auch des Guten ein wenig zu viel, sollte sich die sozialdemokratische Euphoriewelle, die Martin Schulz losgetreten hat, jetzt auch noch auf die Wunsch-Koalitionspartner der SPD auswirken.

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Mit Material der dpa

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