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Ein alter Ausschnitt einer "Lanz"-Sendung taucht wieder auf und bewegt Hunderttausende

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  • Ein Ausschnitt einer „Markus Lanz“-Sendung vom Oktober 2016 wird aktuell über die sozialen Netzwerke weiter geteilt
  • Über vier Millionen Menschen haben diesen Ausschnitt bisher gesehen
  • Der Philosoph Richard David Precht spricht darin über eine neue Flüchtlingswelle

Ein Ausschnitt einer Philosophen und Buchautor Richard David Precht, beeindruckt aktuell viele Menschen.

Die Sendung wurde bereits im Oktober 2016 ausgestrahlt - und doch wurde der Ausschnitt aktuell schon von über vier Millionen Menschen angesehen und in den sozialen Netzwerken geteilt.

Eine neue Flüchtlingswelle in Verbindung mit den Ernährungsgewohnheiten der Deutschen


Grund dafür könnte das Thema sein, dass David Precht in der Talkrunde anspricht. Die Hauptaussage Prechts: Die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen könnten schon bald eine neue Flüchtlingswelle auslösen.

Laut Precht würden in Zukunft neben den Kriegsflüchtlingen auch einige geflüchtete Menschen aus den Entwicklungsländern “südlich der Sahara” nach Deutschland kommen.

Das große Problem: Massentierhaltung

Die Ursache für diese Flucht sei der allgemeine Notstand und die miserable Situation der Entwicklungsländer, sagt Precht. Schuld daran sei auch die Massentierhaltung in den westlichen Ländern.

Er klagt an: “50 Prozent des weltweiten Getreideanbaus wird an Tiere verfüttert. Und zwar an Tiere verfüttert, die in den westlichen Industrieländern gegessen werden”. Ein weiteres Problem sieht er in den “Monokulturen” und der “Genmanipulation” die in den Plantagen in Brasilien herrschen würden.

Diese “ökologisch bedenklichen” Plantagen sieht Precht hauptsächlich Hauptursache für die Armut der Menschen in den Schwellenländern. Sie würden durch die sie ihre Arbeit verlieren. “Das heisst, unsere Ernährungsgewohnheiten und das Elend der Dritten Welt haben eine ziemlich enge Verbindung”, sagt Precht.

Ökonomisches Denken im Konflikt mit natürlichem Menschen-Instinkt

Zum Abschluss zählt der Philosoph auf, dass es vor 20 Jahren noch keine 20.000 Veganer gegeben habe - und es heute fast “900.000 Veganer und über acht Millionen Vegetarierer gibt”. Außerdem sieht er aktuell eine verstärkte Sensibilität und emotionalisierte Haltung der Menschen, wenn beispielsweise ein Löwe aus dem Zoo ausbreche, daraufhin erschossen werden müsse und alle bestürzt reagieren würden.

Die Tierzucht lohnt sich laut Precht für die Deutschen nur aus dem “ökonomischen Grund”, immer größer werden zu wollen. Diesen Konflikt zwischen ökonomischen Denken und verstärkter Sensibilität fasst Precht am Ende des Ausschnitts zusammen: „Warum lassen wir eine industrielle Tiertötung zu, die unseren ganzen Instinkten widerspricht?“

Precht stellt eine Frage, die nachdenklich macht: “Wer kann heute noch ein Schwein schlachten und es danach essen?”

Eine Zusammenfassung seines Auftritts seht ihr im Video oben.

Mehr zum Thema: Tiere können denken - manche Philosophen tun sich damit schwer

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(jg)