Appell einer Mutter: "Impfgegner sind schuld, dass mein Baby ums Überleben kämpfen musste"

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Es ist einer der größten Irrtümer vieler Eltern: Ob sie ihr Kind gegen Infektionskrankheiten wie Masern und Keuchhusten impfen lassen oder nicht, betreffe nur ihre eigene Familie, denken sie. Doch das ist ein Trugschluss.

Wer sein Kind nicht impfen lässt, gefährdet damit auch andere Kinder - zum Beispiel alle, die noch nicht alt genug sind für eine Impfung.

Annie Mae Braiden musste das auf schmerzliche Weise erfahren. Die Mutter aus Kanada hat das erlebt, vor dem allen Eltern graut.

Als ihr Baby gerade mal sechs Wochen alt war, erkrankte es lebensgefährlich und musste mehrere Wochen auf der Intensivstation verbringen. Die kleine Isabelle hatte Keuchhusten. Angesteckt hatte sie sich, da ist ihre Mutter sicher, bei einem Kind, das nicht geimpft war.

Die kleine Isabelle musste um ihr Leben kämpfen

Annie postete Fotos von ihrer Tochter aus dem Krankenhaus auf Facebook. Sie zeigen, wie Isabelle an ein Beatmungsgerät angeschlossen um ihr Leben kämpfen muss. Die Mutter richtet einen eindringlichen Appell an alle Impfgegner.

Sie habe die Bilder zunächst nicht zeigen wollen, schreibt sie. Doch sie fände es wichtig, dass alle die Geschichte von ihr und ihrem Baby kennen.

“Ich wollte das eigentlich nicht posten, aber ich finde, Eltern sollten sehen, was mit ANDEREN Kindern wie meiner Tochter Isabelle passiert, wenn sie ihre eigenen nicht impfen lassen. Isabelle musste mit sechs Wochen wegen Keuchhusten auf die Intensivstation (jetzt ist sie zehn Wochen alt).

Sie hing drei Wochen am Beatmungsgerät und bekam drei Tage eine CPAP-Behandlung (Sie hatte noch Glück, die anderen Babys mussten über Monate künstlich beatmet werden) und wir haben noch zwei Monate im Krankenhaus vor uns.

Sie hatte starke Entzugserscheinungen vom Morphin und den Sedativen, die sie bekam, als sie beatmet wurde. Wisst ihr, wie schlimm es ist, seinem 20 Wochen alten Baby dabei zuzusehen, wie es Entzugserscheinungen durchlebt?

Wir hätten sie beinahe verloren, es handelte sich nur um Stunden. Die Krankenschwester nahm sie und rannte mit ihr in die Intensivstation, um sie sofort ans Beatmungsgerät anzuschließen, sonst hätte sie nicht überlebt.

Was ihr mit euren Kindern macht, ist eure Entscheidung. Aber erzählt mir nicht, dass es anderen Kindern nicht schadet, wenn ihr eure nicht impfen lasst. Isabelle ist der Beweis, dass die anderen Kinder darunter leiden, die noch nicht alt genug sind, um geimpft zu werden. Mein Sohn ist geimpft. Und zwar um sich selbst und die anderen Kinder in seiner Umgebung zu schützen.

Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, ihn nicht impfen zu lassen. Ich will meine Kinder und andere Kinder schützen. Bitte lasst eure Kinder impfen, es ist nicht gerecht, dass meine Kleine hustend auf der Intensivstation liegt und nicht atmen kann - wegen einer Krankheit, die es in unserer Zeit schon gar nicht mehr geben sollte.

Bitte teilt das, damit auch andere Menschen sehen, was passiert, wenn man nicht impft. Und ja, ich weiß: Manche Kinder können nicht geimpft werden, aber von denen spreche ich hier nicht.”

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Glücklicherweise ist für Annies Familie alles gut ausgegangen. Isabelle ist inzwischen schon fast ein Jahr alt und hat sich gut erholt.

Der Appell der jungen Mutter ist deswegen aber nicht weniger wichtig. Denn längst nicht alle Kinder überleben die Infektionskrankheiten, gegen die eigentlich so einfach geimpft werden könnte.

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(mm)

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