Türkei sieht keinen Grund am EU-Flüchtlingsdeal festzuhalten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
CELIK
Türkei sieht keinen Grund am EU-Flüchtlingsdeal festzuhalten | Murad Sezer / Reuters
Drucken
  • Der Europaminister der Türkei erwägt offenbar, das Flüchtlingsabkommen mit der EU aufzukündigen
  • Seiner Meinung nach erfüllt die EU die Vereinbarung nicht

Der türkische Europaminister Ömer Celik stellt das Flüchtlingsabkommen mit der EU in Frage. Er sagte der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview, über das die "Welt" berichtet, es gebe keinen Grund, an der Vereinbarung festzuhalten, weil die EU nicht Wort gehalten habe.

Konkret bemängelte Celik dem Bericht nach, dass die EU die zugesagte Visafreiheit für türkische Staatsbürger nicht umgesetzt habe.

Die EU dagegen steht auf dem Standpunkt, dass die Türkei nicht alle Bedingungen für die Visafreiheit erfüllt habe, so seien die Anti-Terror-Gesetze nicht geändert worden.

Celik hat schon vor zwei Tagen Andeutungen gemacht

Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei besagt, vereinfacht gesagt, dass die Türkei Flüchtlinge, die illegal in die Türkei einreisen, zurücknimmt. Im Gegenzug nimmt die EU die gleiche Anzahl an Syrern direkt aus der Türkei auf. Außerdem erhält die Türke mehrere Milliarden Euro Unterstützung, um die fast drei Millionen syrischen Flüchtlinge im Land zu versorgen.

Celik hatte bereits am Montag staatlichen türkischen Medien gesagt, die Türkei solle Teile des Flüchtlingsdeals überdenken. Ob er in dem neuen Interview nun die Ankündigung verschärft hat, ist noch nicht klar, das Gespräch ist noch nicht öffentlich verfügbar.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg