Wer Kinder hat, lebt länger - ein Geschlecht erhöht so seine Lebenserwartung ein wenig mehr

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Erhöhen Kinder unsere Lebenserwartung? Schwedische Wissenschaftler wollen es herausgefunden haben. | Getty Images
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Der Schlafmangel der Babyjahre, die nervigen Launen im Schulalter, die Revolten der Pubertät - Kinder zu haben ist oftmals ganz schön stressig. Doch eine kürzlich veröffentlichte Studie schwedischer Wissenschaftler zeigt: Eltern leben länger als Kinderlose.

Der durchschnittliche Zugewinn an Lebenserwartung bei Menschen mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen mache rund zwei Jahre aus, schreiben die Forscher darin.

Die Erkenntnis, dass Kinder die Lebenserwartung ihrer Eltern erhöhen, ist nicht völlig neu. Es gab in der Vergangenheit bereits viele Studien, die sich mit diesem Phänomen auseinandersetzten.

Geht die Elternschaft mit einer höheren Lebenserwartung einher?

Das Besondere an der schwedischen Untersuchung ist allerdings: Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich vor allem im Alter ab 60 Jahren die Lebenserwartung von Eltern signifikant erhöht.

"Im Alter von 60 Jahren beträgt die Differenz bei der Lebenserwartung zwei Jahre bei Männern und eineinhalb bei Frauen", heißt es in der Studie. Bezogen auf die statistische Lebenserwartung von Menschen ab 60 haben demnach Eltern noch 18,4 bis 23,1 verbleibende Jahre zu leben.

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Für ihre Forschungsergebnisse analysierten die Wissenschaftler die Lebensläufe von 1,4 Millionen Schweden, die zwischen 1911 und 1925 geboren und auch in ihrem Geburtsland gestorben waren. Sie untersuchten Zahl und Geschlecht der Kinder, die Entfernung ihres Wohnorts von dem der Eltern sowie Bildungs- und Familienstand der Väter und Mütter.

Ab dem 60. Lebensjahr ermittelten sie für jedes weitere Lebensjahr die jeweilige Sterberate. Der lebensverlängernde Effekt eines Kindes war bei Männern etwas stärker ausgeprägt als bei Frauen.

So hatte zum Beispiel ein 80-jähriger Vater ein jährliches Sterberisiko von 7,4 Prozent. Bei einem kinderlosen Mann dieses Alters waren es 8,3 Prozent.

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Dabei spielte für Menschen mit nur einem Kind keine Rolle, ob sie eine Tochter oder einen Sohn hatten. Auch ob Vater oder Mutter allein oder mit einem Partner zusammenlebten, sind nach der Erkenntnis der Forscher kaum von Bedeutung.

Verschiedene Faktoren sind ausschlaggebend

Die Wissenschaftler haben auch eine Vermutung, was der Grund für ihre Erkenntnis ist. Sie gehen davon aus, dass neben den biologischen Faktoren insbesondere soziale Aspekte eine Rolle spielen.

Eine Erklärung hierfür könnte die physische, psychische, emotionale und soziale Unterstützung der Kinder sein, wenn die Eltern das 60. Lebensjahr überschritten hätten.

Es müsse also auch berücksichtigt werden, dass Eltern auch von der finanziellen Unterstützung ihrer Kinder im Alter profitieren könnten.

Eine 2012 veröffentlichten Studie aus Norwegen kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Damals hieß es, dass Mütter mit mindestens einem Kind ein um 50 Prozent niedrigeres Sterberisiko als kinderlose Frauen aus der gleichen Altersgruppe der 45- bis 68-Jährigen. Bei Vätern sei das Sterberisiko in dieser Altersgruppe immerhin um 35 Prozent niedriger als bei kinderlosen Männern.

Die pauschale Schlussfolgerung, wer Kinder bekomme, lebe automatisch länger, wollen die schwedischen Forscher aber nicht ziehen.

Schließlich müsste man auch den individuellen Lebensstil in Betracht ziehen – und dieser wiederum setze sich aus vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen.

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(lk)

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