Geleakte Steuererklärung soll zeigen, was Trump wirklich verdiente

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP
Trump wollte seine Steuererklärung zurückhalten. | Kevin Lamarque / Reuters
Drucken
  • Der Nachrichtensender MSNBC hat Auszüge aus Dokumenten veröffentlicht, die Trumps Steuererklärung zeigen sollen
  • Die Dokumente stammen aus dem Jahr 2005
  • Viel schlauer sind die US-Bürger jetzt aber nicht

US-Präsident Donald Trump wehrt sich seit Monaten dagegen, seine Steuererklärungen herauszurücken. Amerikanische Journalisten haben jetzt aber doch Dokumente ausgegraben, die Auszüge aus Trumps Steuererklärung für das Jahr 2005 zeigen sollen. Der Nachrichtensender MSNBC präsentierte die Papiere am späten Dienstagabend.

Der Finanzjournalist David Cay Johnston erhielt die Dokumente von einer anonymen Quelle und stellte sie dem Nachrichtensender zur Verfügung. Johnston sagt, er habe diese über die Post erhalten und wisse nicht, wer sie ihm geschickt habe.

Trump machte große Abschreibungen geltend

Wenn die Dokumente echt sind, verdiente Trump in jenem Jahr über 150 Millionen US-Dollar. Dafür hätte er 38,4 Millionen US-Dollar an Steuern zahlen müssen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg entspricht das einem Steuersatz von 24 Prozent.

Das Pikante: Trump gab damals auch ein "negatives Einkommen" von über 103 Millionen US-Dollar an - also Abschreibungen aus Verlustgeschäften. Das dürfte für ihn bedeutet haben, dass er unter dem Strich sehr viel weniger Steuern bezahlen musste.

Das Weiße Haus sah sich genötigt, in einer Mitteilung zu erklären, Trump habe damals als Bauunternehmer bedeutende Abschreibungen verbuchen müssen. Weiteres ist vorerst nicht bekannt.

Trump wollte Steuererklärung nie veröffentlichen

Trump hatte sich im Wahlkampf und nach seiner Wahl stets geweigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Erst wenn die US-Steuerbehörde IRS seine letzte Erklärung überprüft habe, werde er Daten veröffentlichen, sagte er wiederholt.

Dass dies ein Manöver von Trump war, um Informationen zurückzuhalten, wurde aber schnell klar: Denn die Steuerbehörde erklärte, man hindere Trump nicht daran, die Informationen zu veröffentlichen.

Trump-Gegner warfen dem neuen Präsidenten immer wieder vor, er habe Steuerschlupflöcher verwendet, um Millioneneinkünfte tiefer versteuern zu können.

Viel schlauer sind die US-Bürger auch nach dem Leak nicht

Die Zeitung "USA Today" schreibt, man wisse auch nach dem Leak nicht, wie genau Trump zu den versteuerten Einkünften kam, wie viel er an Wohltätigkeitsorganisationen spendete und welche Gelder er aus dem Ausland bezog.

Zudem sei weiter nicht bekannt, ob er tatsächlich Steuerschlupflöcher verwendete und zu welchem Satz er sein Einkommen in anderen Jahren versteuerte.

Auch auf HuffPost:

Diese 9 Dinge kann jeder Deutsche tun, um Donald Trump zu stoppen

(bp)

Korrektur anregen