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Besonderer Wahlerfolg: Migrantenpartei Denk erstmals im niederländischen Parlament

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TUNAHAN KUZU
Der Denk-Parteivorsitzende Tunahan Kuzu | Twitter/FunX
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  • Die Niederlande-Wahl ist auch eine kleine Wahlsensation für Einwanderer in dem Land
  • Erstmals erhält eine von Migranten gegründete Partei Sitze im Parlament
  • Die Partei Denk konnte drei Sitze ergattern

Das hat es in den Niederlanden noch nie gegeben: Erstmals ist es der Migrantenpartei Denk gelungen in das niederländische Parlament einzuziehen. Der aktuellen Hochrechnung zufolge konnte die Partei drei Sitze ergattern.

Die DENK- Bewegung steht einerseits für das Wort denken und zugleich für das türkische Wort “Gleichheit”. Die Partei richtet sich zwar an alle Niederländer, setzt sich aber insbesondere für die Belange der Einwanderer ein. Gegründet wurde die Partei von den türkischstämmigen Abgeordneten Celcuk Öztürk und Tunahan Kuzu, der der Partei vorsteht.

Kleiner Eklat gleich zu Beginn des Wahlabends

Zwischen der Denk-Partei und der Presse kam es zu Beginn des Wahlabends bereits zu einem kleinen Eklat. So berichtete um 20:40 ein Journalist des "Telegraafs", ihm sei der Zutritt zur Wahlveranstaltung von Denk verweigert worden. Bereits am Eingang des Parteibüros sei er aufgehalten worden.

Auch andere Medien haben offensichtlich keinen Zutritt zum Wahlabend bei Denk erhalten. Nur der SenderNOS durfte hineingehen um zu filmen. Der Berichterstatter von RTL, der durch die Tür geschlüpft war, wurde von Sicherheitskräften wieder nach draußen begleitet.

Ein Fotograf berichtet, dass Celcuk Öztürk, die Nummer zwei auf der Liste der Partei, einen Wutausbruch hatte, als er fotografiert wurde. Vergeblich warteten diverse Pressevertreter darauf, Einlass zu der Veranstaltung zu erhalten. Der Pressesprecher Serkan Soytekin sagte Berichten zufolge lachend zu den Journalisten: “Ich wünsche Ihnen viel Spaß hier. Aber Sie können auch was besseres mit ihrer Zeit anfangen, als hier herumzustehen.”

Denk-Wahlkampfleiter: "Das ist fantastisch"

Für die Denk-Partei könnte dieser Abend historisch werden, da sie nun erstmals ihre Belange im Parlament vertreten können. Farid Azarkan, der Wahlkampagnenleiter von Denk, sagte dem "Telegraaf": ''Das ist wirklich fantastisch. Wir haben eine positive Kampagne geführt. Wir haben die Menschen auf der Straße getroffen und in den Nachbarschaften besucht, wo viele Politiker gar nicht mehr hingehen. Die Belohnung ist nach dieser Mühe groß. Das lässt uns sehen, dass die Menschen Vertrauen in uns haben.”

Mit Sicherheit ist der Stimmgewinn der Denk auf die Entwicklungen der vergangenen Tage zurückzuführen. In dem Streit mit der Türkei hatten sich insbesondere in den Niederlanden lebende Türken von der amtierenden Regierung und deren Vorgehensweise verraten gefühlt.

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(jg)