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Studie: So würden sich die Menschen verhalten, wenn sie erfahren, dass die Welt untergeht

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BONFIRE
Studie: So würden sich die Menschen verhalten, wenn sie erfahren, dass die Welt untergeht | Darrin Klimek via Getty Images
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Vielleicht würden wir in Panik ausbrechen, uns gegenseitig umbringen. Oder uns absondern und den klischeebehafteten Apfelbaum pflanzen. Wenn der Weltuntergang naht, ist alles möglich.

Das ein oder andere Mal haben selbsternannte Experten ihn bereits prophezeit. Ob und wann es wirklich zu einem Ende der Erde kommen wird - fraglich. Interessant bleibt jedoch die Überlegung, wie wir uns angesichts einer solchen Katastrophe verhalten würden.

Ein Team aus amerikanischen und koreanischen Wissenschaftlern wollte das genauer wissen. Elf Wochen lang haben sie deshalb eine Studie mit Hilfe des Computerspiels "ArcheAge" durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein Online-Rollenspiel aus Südkorea, an dem Millionen Nutzer gleichzeitig teilnehmen können.

Die Spieler glaubten, jeder Fortschritt sei umsonst

"Arche Age" funktioniert so ähnlich wie das Computerspiel "Sims", nur mit etwas mehr Gewalt. Genauso wie in dem beliebten "Sims"-Spiel können die Figuren ihre eigenen Häuser bauen, Partys feiern oder Geld ausgeben. In der koreanischen Rollenspiel-Version können sie sich zusätzlich auch noch gegenseitig bekriegen und töten.

Ziel des Spiels ist, dass die Figuren Fortschritte machen.

Für ihre Studie sagten die Forscher den Spielern jedoch, dass nach elf Wochen alle Fortschritte ihrer Figur gelöscht werden würden, das Spiel also, ähnlich wie das Leben nach dem Weltuntergang, vorbei sein würde.

Wie würden die Spieler sich verhalten?

Würde sich ihr Verhalten ändern, wenn das Ende des Spiels näherrückte?

Die Erkenntnis: Das Verhalten änderte sich - aber nicht so wie gedacht.

Die Spieler zeigten sich sozialer

Insgesamt werteten die Forscher 270 Millionen anonymisierte Datensätze aus. Dabei zeigte sich: Die meisten Charaktere verhielten sich nicht antisozialer als sonst - ganz im Gegenteil. Die Charaktere wurden sogar sozialer. Bis auf wenige Ausnahmen, die tatsächlich versuchten sich zu töten.

"Sie haben mehr miteinander gesprochen und mehr zusammen unternommen", sagte Jeremy Blackburn, einer der Forscher, der Wissenschaftsplattform "New Scientist".

Als negative Entwicklung beurteilten die Forscher, dass die Figuren aufhörten, sich Gedanken um die Zukunft zu machen. So hätten sie zu Ende deutlich weniger Fragen beantwortet, als es während des Spiels üblich sei.

Niemand pflanzt einen nutzlosen Apfelbaum

Laut des Wissenschaftlers Dimitri Williams von der University of Southern California in Los Angeles ist das aber kein Wunder. "Es ist ein großer Unterschied, ob du einen Apfelbaum pflanzt, wenn du stirbst, aber weißt, dass deine Kinder noch Freude daran haben. Oder wenn du einen Apfelbaum pflanzt, obwohl du ganz genau weißt, dass er niemandem mehr nutzen wird", sagte er "New Scientist".

Selbstverständlich lässt sich das Verhalten von virtuellen Figuren in einem Computerspiel nicht einfach auf das Verhalten von Menschen übertragen. Doch die Forscher sind der Meinung, dass die Studie immerhin eine gute Einschätzung geben könnte.

Zugegeben: Es dürfte auch etwas schwierig werden, das Verhalten von Menschen während eines echten Weltuntergangs zu studieren. Das hoffen wir zumindest.

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(lk)