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Erdogan mischt sich in die Niederlande-Wahl ein

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Erdogan mischt sich in die Niederlande-Wahl ein | Umit Bektas / Reuters
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Die Wahl in den Niederlanden wird vom Streit zwischen dem Land und der Türkei überschattet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mischte sich am Mittwoch nun direkt ein.

Laut mehreren Medienberichten rief er am Wahltag die in den Niederlanden wahlberechtigten Türken auf, nicht für die Regierung unter Mark Rutte zu stimmen - und nicht für "rassistische Parteien".

Erdogan warf Niederlande Völkermord vor

In einer Wahlkampfrede im zentraltürkischen Afyonkarahisar warf Erdogan den Niederlanden am Tag vor der Wahl "Staatsterrorismus" und sogar Völkermord vor. Er machte sie verantwortlich für das Massaker im bosnischen Srebrenica im Jahr 1995. Das Land hätte damals "mehr als 8000 bosnische Muslime massakriert."

Hintergrund für Erdogans - falschen - Vorwurf: Die von den Niederlanden geführten Blauhelm-Truppen der UN hatten damals nicht eingegriffen, um das Massaker zu verhindern.

Diplomatische Krise zwischen der Türkei und den Niederlanden

Die Beziehungen zwischen den Niederlanden und der Türkei sind derzeit auf einem Tiefpunkt. Nachdem das Land zwei Minister Erdogans die Einreise verweigerte, entlud sich in der türkischen Republik die Wut. Präsident Erdogan beschimpfte die Niederländer als "Faschisten" und wies den niederländischen Botschafter aus.

Jetzt also Erdogans direkte Einmischung in die Wahl. Und eines steht fest: Egal, wie diese ausgeht, der Konflikt mit der Türkei wird weiter bestehen.

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