Deutschland legt Hilfspaket für die Türkei auf Eis

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Deutschland legt Hilfspaket für die Türkei auf Eis | JAMES LAWLER DUGGAN / Reuters
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  • Die Bundesregierung stellt Hilfsmaßnahmen für die Türkei ein
  • Das Finanzministerium hatte zuvor einen Maßnahmenkatalog zusammengestellt, um die türkische Wirtschaft anzukurbeln

Die Bundesregierung legt ihre Zurückhaltung im Türkei-Streit ab. Nach anfänglichen Versuchen, den Konflikt mit dem türkischen Präsidenten Erdogan zu schlichten, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nun harte Maßnahmen ergriffen.

Laut einem Bericht der "Welt", legte die Bundesregierung ein geplantes Hilfspaket für die Türkei auf Eis. Das habe Schäuble mehreren Journalisten am Mittwoch mitgeteilt.

Die Bundesregierung will so offenbar den Druck auf Ankara erhöhen, den deutschtürkischen Journalisten Deniz Yücel freizulassen. Yücel ist seit mehr als zwei Wochen in einem Istanbuler Gefängnis inhaftiert.

Noch vor wenigen Wochen hatte Schäuble der Türkei nach übereinstimmenden Medienberichten “partnerschaftliche" Hilfe angeboten. Die "Welt" berichtet von einem "ganzen Katalog" geplanter Wirtschaftsmaßnahmen für die Türkei.

Schäuble wollte helfen, den türkischen Tourismus zu beleben

Ende Februar hatte sich Schäuble mit dem stell­ver­tre­ten­den tür­ki­schen Mi­nis­ter­prä­si­denten Meh­met Simsek getroffen. Im Vordergrund soll die Frage gestanden haben, wie der türkische Tourismus wieder angekurbelt werden kann.

Negativschlagzeilen durch Terrorismus, politische Unruhen und den autoritären Kurs des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan haben die Branche hart getroffen. Die Einnahmen durch den Tourismus sanken 2016 im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro.

Simsek und Schäuble besprachen damals über Projekte, die die Wirt­schaft im länd­li­chen Raum der Tür­kei för­dern könnten, so der "Spiegel".

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