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15/03/2017 23:23 CET

Mädchen von 1000 Männern vergewaltigt - ihr Schicksal zeigt das tragische Ausmaß des Menschenhandels

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Ein amerikanisches Hotelzimmer als Ort für Menschenhandel und illegale Prostitution

  • Eine 17-jährige Amerikanerin verklagt ein Hotel in Philadelphia wegen Freiheitsberaubung

  • Die Schülerin wurde dort zwei Jahre lang festgehalten und von mehr als 1000 Männern sexuell missbraucht

Die amerikanischen Richter in Philadelphia müssen sich aktuell mit einem besonders schlimmen Fall von illegaler Prostitution und Menschenhandel auseinandersetzen. Die Familie eines mittlerweile 17-Jährigen Mädchens verklagt das Hotel “Roosevelt Inn” im Nordosten von Philadelphia.

Die Anklage lautet: Das Mädchen soll zwei Jahre lang in dem Hotel festgehalten und dabei von mehr als 1000 Männern vergewaltigt worden sein.

Die meisten der Vergewaltiger des Mädchens wurden bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die 17-Jährige und ihre Familie wollen mit dem aktuellen Prozess insbesondere das Hotel verklagen und verhindern, dass weitere Mädchen dort sexuell missbraucht werden.

Das Hotel vermietete immer wieder Zimmer für illegale Prostitution

Das Hotel habe davon gewusst, was sich in den Zimmern abspielt, sagt die Anwältin des Mädchens, Nadeem Bezar, im Prozess. Außerdem sei das Hotel in Philadelphia auch schon bekannt dafür, einen Platz für Menschenhandel und unfreiwillige Prostitution zu bieten, schreibt die amerikanische Tageszeitung “Washington Post”.

In der Anklageschrift wird ein weiteres Detail deutlich: “Das Hotel hat seine Zimmer immer wieder an Sexhändler vermietet und von ihren Machenschaften profitiert, ohne irgendetwas dagegen zu unternehmen”.

Mädchen laufen mit kurzen Röcken über den Flur und alte Männer kommen aus den Zimmern

Der Geschäftsführer des Hotels in Philadelphia bestreitet zwar die Vorwürfe, doch der “Washington Post” zufolge ist die Prostitution von Minderjährigen klar sichtbar. “Es sind immer wieder im 30-Minuten-Takt Männer aus den Zimmer gekommen. Außerdem laufen junge Mädchen in kurzen Röcken den Flur auf und ab”, schreibt die Zeitung.

Das Thema Menschenhandel ist immer noch aktuell

Menschenhandel und illegale Prostitution stellen auch im 21. Jahrhundert noch ein großes Problem dar. Auf der ganzen Welt werden jährlich mehr als 2,4 Millionen Menschen wie Güter gehandelt, schreibt das Internetportal "reset.org". Außerdem "werden die meisten Opfer weltweit und auch regional in die Sexindustrie verkauft."

Als häufige Gründe nennt das Internetportal: "Wirtschaftliche Not, Perspektivlosigkeit und der Glaube an eine bessere Zukunft."

Der aktuelle Fall zeigt, dass sich Menschenhandel und illegale Prostitution nicht nur in armen Ländern, sondern auch in einem Hotel mitten in einer westlichen Großstadt abspielen können.

Mehr zum Thema: Fahrer belauscht Gespräch von Fahrgästen - und realisiert, dass ein Mädchen in großer Gefahr ist

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(jg)