Huffpost Germany

Trump-Regierung merkt, dass Abhörvorwurf gegen Obama dumm war - und hat peinliche Ausrede

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Trumps Pressesprecher Spicer versucht, die Abhörvorwürfe gegen Obama zu erklären
  • Und verheddert sich in einen peinlichen Widerspruch (siehe Video oben)

Der Vorwurf sorgte weltweit für Wirbel. US-Präsident Donald Trump warf kürzlich seinem Vorgänger Barack Obama vor, ihn abgehört, seine Telefone angezapft und den Trump-Tower verwanzt zu haben.

Wobei, so sei das nicht ganz richtig, sagte Trumps Pressesprecher Sean Spicer am Montagabend europäischer Zeit auf der wöchentlichen Pressekonferenz im Weißen Haus.

Spicer stellte klar: Wenn der Präsident über “abhören” twittert, meint er natürlich nicht abhören.

Spicer: "Der Präsident benutzte das Wort abhören in Anführungszeichen. Das bedeutet ganz allgemein Überwachung und andere Aktivitäten."

"Es gibt vieles, was in diese Kategorie fällt"

Es gebe vieles, das in die Kategorie des Abhörens falle, erklärte Spicer. Denn es gebe ja viele Arten, jemanden zu verfolgen.

Spicers Problem: Seine Wortklauberei ging gehörig nach hinten los.

Denn das englische Wort “wiretapping” wird spezifisch dafür genutzt, um zu beschreiben, dass ein Dritter ein Telefon anzapft oder Internetkommunikation überwacht.

Trump hatte außerdem getwittert: "Wie tief ist Präsident Obama gesunken, dass er meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzapft. Das ist Nixon/Watergate. Schlechter (oder kranker) Typ!"

Außerdem habe Trump, so erklärte es Spicer zumindest, nicht von Obama persönlich gesprochen - sondern von der Obama-Regierung im Allgemeinen.

Obama habe quasi als Pars pro Toto gedient, habe für alle Aktivitäten gestanden, die während seiner Amtszeit von einem Regierungsmitglied oder einer Behörde während seiner Amtszeit ausgegangen sind.

Dass der US-Präsident bewusst rhetorische Stilmittel einsetzt, ist zumindest eine neue Erkenntnis der Konferenz.

Letzter Tag, um dem Kongress Beweise vorzulegen

Spicers fast schon lächerliche Rechtfertigungsversuche für die Abhör-Vorwürfe haben einen aktuellen Hintergrund.

Sie kommen zu dem Zeitpunkt, an dem feststeht, wie sehr die Anschuldigungen gegen Obama Trumps wildester Phantasie entspringen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Denn am Montag lief die Frist ab, zu der das Justizministerium dem Kongress Beweise vorlegen sollte, dass an den Vorwürfen tatsächlich mehr dran ist als heiße Luft.

Statt Belege vorzulegen, erbat sich das Ministerium einen Aufschub, um mehr Indizien zu sammeln.

Überwachung mit der Mikrowelle

Und Spicer ist nicht der einzige aus Trumps Riege, der mit absurden Erklärungsversuchen zu den Anschuldigungen aufwartet.

Auch seine Beraterin Kellyanne Conway redete sich um Kopf und Kragen, als sie am Sonntag in einem Radio-Interview über das Abhören sprach.

“Was ich sagen kann, es gibt viele Wege, sich gegenseitig zu überwachen. Es gibt nicht nur die Möglichkeit, Telefonie abzuhören. Auch Fernsehgeräte und Mikrowellen können als Kameras verwendet werden.”

Mehr zum Thema: Verschwörungstheorie oder Ablenkungsmanöver: Was hinter Trumps Abhör-Vorwürfen steckt

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

(ben/sk)