Permissive Erziehung bietet Grundregeln - wie sie teilweise gelingen kann

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Permissive Erziehung kann auch in bestimmten Momenten sinnvoll sein | zlikovec via Getty Images
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  • Bei der permissiven Erziehung überlässt man dem Kind viel Eigeninitiative
  • Die Eltern halten sich passiv zurück und machen wenige Vorgaben
  • Die Kinder haben später oftmals Schwierigkeiten, emotionale Bindungen aufzubauen

Die permissive Erziehung gehört zu den Methoden, die unter dem Oberbegriff Laissez-faire-Erziehungsstil zusammengefasst werden.

Beim reinen Laissez-faire lassen die Eltern ihrem Kind freie Hand ohne Regeln aufzustellen, während sie bei der permissiven Erziehung ein Minimum an Grundregeln aufstellen. Strafen und Kontrolle gibt es hier der Informationsseite "Kindererziehung.com" zufolge aber ebenfalls nicht.

Das Hauptmerkmal bei der permissiven Erziehung ist die Eigeninitiative der Kinder: Sie entscheiden selbst, was sie tun, und übernehmen die Verantwortung für ihr Handeln.

So fördern Eltern, die dieser Idee folgen, die Kreativität der Kinder und ermutigen die Heranwachsenden, sich selbst auszuprobieren.

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Die Nachteile der permissiven Erziehung

Insgesamt überwiegen aber die Nachteile. Da sich die Eltern weitestgehend zurückhalten und ausschließlich auf die Anfragen der Kinder reagieren, fehlt den Kindern oftmals die soziale Bindung zu den Eltern und die Fähigkeit, sich unterzuordnen.

Sie können sich im eigenen Haushalt aggressiv und impulsiv zeigen und später nur schwer Bindungen zu anderen Menschen aufbauen.

Wer permissiv erzogen wird, ist es gewohnt, alles zu bekommen und tun zu dürfen. Im Erwachsenenalter zeigen diese Menschen in vielen Fällen egoistische Verhaltensweisen, so der Bericht weiter. Diesen Männern und Frauen kann es schwer fallen, mit Ablehnungen und Verboten umzugehen.

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Während es bei kleinen Kindern noch vertretbar ist, wenn sie sich austoben und ausprobieren, ohne dass Erwachsene eingreifen, wird dies spätestens im Teenageralter nahezu unmöglich: Eine permissive Erziehung führt zwangsläufig zu Problemen, wenn es den Eltern in der Folge egal ist, ob ihre Kinder zu Alkohol oder Drogen greifen und auf die Schule "keinen Bock" haben.

Wie die permissive Erziehung teilweise gelingt

Eine permissive Erziehung ist heute ebenso wenig zu empfehlen wie andere Formen der antiautoritären Erziehung.

Dennoch ist es bei diesen Erziehungsformen mit Einschränkungen machbar, dem Kind bestimmte Freiräume zu schaffen, in deren Rahmen es sich austoben und ausprobieren kann.

Es wirkt sich beispielsweise positiv aus, wenn das Kind keine Strafe fürchten muss, wenn es selber backen wollte und die Küche in ein Schlachtfeld verwandelt hat. Eine Wiederholung empfiehlt sich aber nicht.

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