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Heilpädagogik: Wie sie Kindern mit Entwicklungsdefiziten hilft

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PLAY THERAPY
Innerhalb der Heilpädagogik kann auch eine Spieltherapie zum Einsatz kommen. | Steve Debenport via Getty Images
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  • Kinder, die sich ungewöhnlich langsam entwickeln, fördert man mit der Heilpädagogik
  • Die Heilpädagogik ist in verschiedene Bereiche unterteilt
  • Heilpädagogen durchlaufen eine spezialisierte Ausbildung, bevor sie auf ihrem Arbeitsgebiet tätig werden dürfen

Die Heilpädagogik empfehlen Experten für kleinere Kinder, die in ihrer Entwicklung hinter der durchschnittlichen Entwicklung Gleichaltriger zurückbleiben.

Oftmals verursachen verschiedene Entwicklungsstörungen diese Unterschiede. Manchen Kindern fällt es extrem schwer, das Gehen und das Laufen zu erlernen oder die Hand-Augen-Koordination zu beherrschen. Andere haben Defizite in kognitiven Bereichen oder im sozialen Umgang mit anderen.

Die Ursachen sind vielfältig: In einigen Fällen liegt eine bisher unerkannte körperliche oder geistige Behinderung vor. In anderen Fällen ist die Ursache in der Familie zu finden, beispielsweise bei Eltern, die ihren Kleinkindern keine ausreichenden Lernreize bieten und sich nicht genügend um sie kümmern.

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Was macht ein Heilpädagoge?

Oftmals sind es die Eltern selbst, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen und einen Heilpädagogen aufsuchen. Teilweise sind es Erzieher in Kitas und Kindergärten, die den Eltern heilpädagogische Maßnahmen nahelegen.

Heilpädagogen sind selbstständig in der eigenen Praxis tätig oder an Sonderschulen, Tagesstätten und Heimen angestellt.

Um diesen Beruf ausüben zu können, ist mancherorts zunächst eine Ausbildung zum Erzieher oder Heilerziehungspfleger nötig. Anschließend kann man ein entsprechendes Studium zum staatlich anerkannten Heilpädagogen machen. Auch ein Studium ohne Berufserfahrung ist möglich.

Mit diesem Wissen ist es dem Heilpädagogen möglich, die Ursachen für die Defizite eines Kindes zu erkennen - und dem Mädchen oder Jungen zu helfen.

Welche Therapie-Ansätze gibt es?

Die Heilpädagogik unterscheidet hier drei Therapie-Ansätze:

Verhaltensauffälligen Kindern wird oftmals eine Spieltherapie empfohlen. In dieser sollen Kinder spielerisch einen besseren Umgang mit ihren Emotionen und andere Verhaltensweisen lernen.

Bei Kindern mit geistigen Einschränkungen ist die heilpädagogische Entwicklungsförderung darauf ausgerichtet, das Kind in seinen Fähigkeiten zu fördern und ihm sinnvolle Verhaltensweisen beizubringen.

Die sogenannte heilpädagogische Rhythmik hilft verhaltensauffälligen und behinderten Kindern, sich durch rhythmische Bewegungen, Tanz und Musik besser auszudrücken.

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Heilpädagogik übernehmen bei ärztlicher Verordnung auch Sozialhilfeträger

Zum Konzept der Heilpädagogik gehört ebenfalls das Einbeziehen der Umwelt, zum Beispiel der Familie und der Kindergartengruppe, in die weitere Entwicklung des Kindes. Heilpädagogen arbeiten in vielen Fällen mit Logopäden, Erziehern und Sozialpädagogen zusammen.

Die heilpädagogischen Maßnahmen zielen darauf ab, dass sich das Kind nach seinen Möglichkeiten entwickelt und nicht den Anschluss verliert. Oftmals dauert eine Therapie etwa ein bis zwei Jahre.

Wissenswert ist ebenfalls, dass bei einer ärztlichen Verordnung die Sozialhilfeträger die Kosten für die Heilpädagogik übernehmen und für die Eltern keine Kosten entstehen.

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(cho)