POLITIK
13/03/2017 19:34 CET | Aktualisiert 13/03/2017 21:32 CET

Erdogan wirft Merkel "Unterstützung von Terroristen" vor

Umit Bektas / Reuters
Erdogan wirft Merkel "Unterstützung von Terroristen" vor

  • Der türkische Präsident Erdogan hat Bundeskanzlerin Merkel vorgeworfen, Terroristen zu unterstützen

  • Deutschland gehe nicht gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Unterstützung von Terroristen vorgeworfen. "Verehrte (Kanzlerin) Merkel, Du unterstützt Terroristen", sagte Erdogan am Montag in einem Interview des türkischen Senders A Haber.

Gemeint waren mit den Terroristen die Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Deutschland gehe nicht gegen die PKK vor, obwohl sie diese zur Terrororganisation erklärt habe, sagte Erdogan.

Erdogan kritisiert deutsches "Staatsfernsehen"

Auch dem inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel wird vorgeworfen, Propaganda für die PKK betrieben zu haben. Er hatte einen der Anführer interviewt.

Das deutsche "Staatsfernsehen" - womit offenbar das öffentlich-rechtliche Fernsehen gemeint war - kritisierte Erdogan ebenfalls dafür, Terrororganisationen zu unterstützen und zudem Propaganda gegen das geplante Präsidialsystem in der Türkei zu machen.

Bereits vergangene Woche hatte der deutsch-türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu der ARD vorgeworfen, "Fake News" zu verbreiten und die Inhalte der Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems falsch darzustellen. Darüber wird in der Türkei am 16. April in einem Referendum abgestimmt.

Erdogan geht hart gegen die Kurden im Land vor

Es ist nicht das erste Mal, dass der türkische Präsident solche Anschuldigungen gegen westliche Staaten vorbringt. Bereits im August 2016 sagte er zum wiederholten Male, der Westen unterstütze Terroristen. Auch damals nannte Erdogan ausdrücklich Deutschland als Unterstützer der PKK.

In Deutschland ist die Partei seit 1993 verboten. Die Türkei selbst geht nicht nur gegen die PKK hart vor, sondern gegen die kurdische Bevölkerung insgesamt. Die Vereinten Nationen werfen der Regierung in Ankara schwere Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Kurden im Südosten der Türkei vor.

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(sk)

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