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Dieser Brite soll Donald Trump zum Sieg verholfen haben - das sagt er selbst dazu

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ALEXANDER NIX
Dieser Brite soll Donald Trump zum Sieg verholfen haben - das sagt er selbst zu der Behauptung | The Washington Post via Getty Images
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  • Die Datenanalysten der Firma Cambridge Analytica sollen Donald Trump zum Sieg verholfen haben
  • In einem Interview spricht Firmenchef Alexander Nix über den Einfluss seiner Dienste für Trump

Im Dezember 2016 lassen die Journalisten Hannes Grassegger und Mikael Krogerus die Bombe platzen: Die Datenfirma Cambridge Analytica soll Donald Trump zum Wahlsieg im US-Präsidentschaftswahlkampf verholfen haben. Möglich habe das eine Werbekampagne gemacht, mit der man jeden Wähler so ansprechen konnte, wie es seiner Persönlichkeit am besten entsprach. Der Auswertung von Massen an Daten sei Dank.

So haben das die beiden Journalisten in ihrem viel beachteten Artikel "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt" für das Schweizer "Magazin" beschrieben.

Nun hat die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Chef der besagten Datenfirma, Alexander Nix, interviewt.

Keine Propaganda, nur Information

Laut seiner eigenen Beschreibung geht es seiner Firma um nicht weniger, als die Persönlichkeit eines jeden Menschen zu entschlüsseln. Denn die bestimme das Verhalten. "Wenn Sie die Persönlichkeit eines Wählers nicht verstehen, können Sie ihn auch nicht richtig ansprechen", erklärt Nix den vermeintlichen Vorzug seiner Methodik.

Seine Firma analysiert dazu massenhaft Daten von Internetnutzern: Sie prüfen, welche Filme sie schauen oder was sie kaufen würden. Nach der Big-Data-Analyse könnten Menschen gezielt umworben werden - man spricht von "microtargeting".

Den Vorwurf der Manipulation weist Nix im Interview allerdings zurück. Es gehe lediglich darum, dem Wähler die richtigen Informationen bereitzustellen.

"Am Ende gewinnt der bessere Kandidat"

Wie wirkungsvoll sind die Methoden von Cambridge Analytica tatsächlich? Nix verneint die Behauptung, man könne mit seiner Firma einen Wahlsieg erkaufen.

"Am Ende gewinnt allerdings nicht die bessere Methode die Wahl, sondern der bessere Kandidat. Einen schwachen Politiker können Sie selbst mit der ausgefeiltesten Technologie nicht zum Sieg bringen", sagt er.

Ähnlich hatten auch Kritiker des Enthüllungsartikels argumentiert, auch die Journalisten Grassegger und Krogerus waren später zurückgerudert.

Je knapper das Rennen, desto interessanter wird die Methode

Allerdings: In einem heißen Rennen könne Cambridge Analytica den Unterschied bedeuten. Und der US-Wahlkampf war denkbar knapp.

Was wäre passiert, "wenn Trump keine technologische Unterstützung eingesetzt hätte. Hätte er dann auch gewonnen? Ich weiß es nicht. Vielleicht haben wir auch nur für Waffengleichheit gesorgt und damit für einen fairen Wahlkampf."

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Der Mythos um Big Data

Nix' Firma hatte bei einem weiteren knappen Rennen von globaler Bedeutung die Finger im Spiel dem Brexit. Cambridge Analytica hat für die Leave-Kampagne gearbeitet

In Deutschland könnte die Firma derzeit sowieso nicht so arbeiten wie in den USA. Die Datenschutz-Gesetze erlauben es nicht.

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(sk)