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Autokratische Erziehung: Diese Probleme ergeben sich für Kinder

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In der autokratischen Erziehung hat das Kind kein Mitbestimmungsrecht. | Annie Otzen via Getty Images
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  • Das Kind hat in einer autokratischen Erziehung absolut nichts zu sagen
  • Die Eltern erteilen dem Kind Befehle, die zu befolgen sind
  • Das Kind erhält keine Chance, sich zu entfalten

Als autokratische Erziehung bezeichnet man eine extrem strenge Form der autoritären Erziehung. Nach diesem Verständnis ist das Kind den Erwachsenen klar untergeordnet.

Die Eltern sind der Überzeugung, dass sie wesentlich besser wissen, was gut für ihr Mädchen oder Junge ist, und sie führen ihr Kind mit harter Hand. Permanent seien strenge Regeln einzuhalten und Befehle auszuführen, schreibt die Informationsseite "Kindererziehung.com".

Widerworten würden demnach rigorose Strafen folgen. Dies kann dem Bericht zufolge auch heute noch eine körperliche Züchtigung sein.

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Was ist der Unterschied zwischen autoritär und autokratisch?

Man sollte sich bewusst machen: Die autoritäre Erziehung, bei der das Kind vor allem zu gehorchen und mit Strafen zu rechnen hat, steht heute in der Kritik. Eine Steigerungsform dazu stellt die autokratische Erziehung dar, da sie den Kindern jeglichen Freiraum nimmt.

Autoritäre Eltern sagen beispielsweise: "Gut, du darfst Fußball spielen, wenn du das wünschst, aber wir erwarten von dir, dass du Torschützenkönig wirst und mit deinem Verein den Aufstieg erreichst."

Autokratische Eltern sagen an der Stelle: "Fußball ist nichts für dich. Wir haben dich zum Klavierunterricht angemeldet."

Dem Kind fehlt jegliche Möglichkeit der Entfaltung

Einem Kind, das Eigeninitiative nicht kennt und ausschließlich zu gehorchen hat, fehlt jede Möglichkeit der Entfaltung. Eltern, die diesen Erziehungsstil wählen, legen Kritikern zufolge keinerlei Wert auf die persönliche Entwicklung ihres Kindes.

Es hat zu "funktionieren" und die Wünsche und Ansprüche der Eltern zu erfüllen.

Das könnte zum Beispiel so aussehen, dass die Eltern erwarten, dass es mit zehn Jahren perfekt Klavier spielt, mit zwölf Jahren Chinesisch spricht und mit sechzehn Jahren anfängt, sich auf das BWL-Studium vorzubereiten.

Die autokratische Erziehung hat negative Folgen für das Kind

Da autokratisch erzogene Kinder es gewohnt sind, ausschließlich Befehle zu befolgen, sind sie als Erwachsene unselbstständig und haben oftmals kein Selbstbewusstsein.

Ihre Minderwertigkeitskomplexe führen zu Aggressionen gegenüber anderen oder auch sich selbst. In sehr konservativ geführten Unternehmen mit strengen Hierarchien können sich autokratisch erzogene Kinder gut einfügen, so die Informationsseite zur Erziehung.

Sie steigen bisweilen dort selbst zum Chef auf, der andere maßregelt, wie er es gelernt hat. Durch die negativen Folgen der autokratischen Erziehung für das Kind, ist dieser Erziehungsstil nicht zu empfehlen.

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(tasc/cho)Die autokratische Erziehung stellt einen extrem strengen Erziehungsstil dar. Lest hier, was man darunter versteht und ob sie zu empfehlen ist.