Autoritäre Erziehung: Welche Folgen diese Strenge haben kann

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RULES PARENTS
Disziplin und Gehorsam sind Bestandteile der autoritären Beziehung | MachineHeadz via Getty Images
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  • In der autoritären Erziehung sind strenge hierarchische Regeln immer einzuhalten
  • Die Kinder haben den Erziehern und Eltern zu jeder Zeit und ohne Ausnahme zu gehorchen
  • Regeln und Anweisungen bestimmen diese rigide Erziehungsmethode

Der autoritäre Erziehungsstil war lange Zeit ein fixer Bestandteil der Gesellschaft. Man hinterfragte ihn auch nicht.

Erst mit dem Beginn der Studentenbewegung in den 1960er-Jahren stellte man diese strenge Erziehung in Deutschland zunehmend in Frage. Als Gegenentwurf propagierte man dann die antiautoritäre Erziehung (➨ mehr dazu erfahrt ihr hier als Gegenentwurf.

Heute bewertet man den autoritären Erziehungsstil negativ, da die Kinder bei dieser Methode kein Selbstbewusstsein aufbauen und sich tendenziell unterwürfig verhalten.

Psychische Krankheiten, wie beispielsweise Paranoia oder verschiedene Zwangsstörungen, sind als Folge einer extrem autoritären Erziehung nicht auszuschließen, schreibt die Informationsseite "Kindererziehung".

Aber was ist die autoritäre Erziehung eigentlich?

Der autoritäre Erziehungsstil ist demnach von einer klaren Hierarchie geprägt. Die Eltern und Erzieher geben den Kindern vor, was diese zu tun und zu lassen haben.

Widerspruch findet keine Anerkennung. Die Kommunikation geht nicht gleichberechtigt von beiden Seiten aus und findet nicht auf Augenhöhe statt. Zurechtweisungen sind Teil der Erziehung, wobei die emotionale Seite keine Rolle spielt.

Freie Entscheidungen sind nicht erwünscht

Die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins ist durch die starke Reglementierung schwierig für das Kind. Dieser Erziehungsstil legt mehr Wert auf die Vermittlung von Werten, Normen und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen, als auf die individuelle Persönlichkeitsentfaltung.

Das Kind folgt den Vorstellungen der Erzieher. Eine freie Entscheidung ist nicht erwünscht. Die eigene Meinungsäußerung, welche sich von der Ansicht der Erzieher unterscheidet, unterbindet man ebenfalls.

Die Systematik besteht aus Belohnungen für die erbrachte, vom Erzieher gewünschte Leistung und Bestrafungen bei Nichterfüllung. Disziplinlosigkeit ist bei der autoritären Erziehung in jedem Fall zu vermeiden. Sie findet keinerlei Toleranz.

Mehr zum Thema: Bestrafung in der Kindererziehung – das sind die Alternativen

Heute ist ein demokratischer Erziehungsstil zeitgemäßer

Generell ist zu sagen, dass bei der Kindererziehung ein gesundes Maß an autoritärem Verhalten seitens der Eltern und Erzieher sinnvoll ist, wenn sie das Wohlergehen des Kindes im Auge behalten und einer zeitgemäßen und gesellschaftlichen Verhältnismäßigkeit entsprechen.

Heute wendet man die sogenannte demokratische Erziehung an, die autoritäre Elemente enthält, bei der man aber Wert auf die freie Persönlichkeitsentwicklung des Kindes legt. Auch auf HuffPost:

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(tasc/cho)