Türkei weist einen Schweizer am Flughafen ab

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AIRPORT ISTANBUL
Türkei weist einen Schweizer am Flughafen ab | Osman Orsal / Reuters
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  • Zwei türkisch-schweizerische Staatsbürger haben Probleme bei der Ein- und Ausreise aus der Türkei gehabt
  • Schweizer Politiker vermuten, dass die Türkei in der Schweiz ein Spitzelsystem aufgebaut hat

Die Türkei hat einem türkisch-schweizerischen Bürger die Einreise verweigert. Wie die "Neue Zürcher Zeitung am Sonntag" berichtet, befragten türkische Beamte ihn nach der Landung auf dem Istanbuler Flughafen und ließen ihn nicht ins Land.

Ein anderer Doppelstaatler habe Probleme bei der Ausreise aus der Türkei gehabt. In beiden Fällen habe das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten eingreifen müssen.

Verdacht auf ein Spitzelsystem auch in der Schweiz

Die "NZZ" schreibt, es verdichteten sich Hinweise, dass die Türkei in der Schweiz ein eigenes Spitzelsystem betreibe. Es stehe der Verdacht im Raum, dass die beiden Betroffenen abgefangen worden sein könnte, weil sie als Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gälten.

Dem Bericht nach könnte die "Türkisch-Islamische Stiftung für die Schweiz" solche Spitzeltätigkeiten ausführen. Sie gelte als Ableger des türkischen Religionsministeriums Diyanet. Dieses entsendet auch die Imame für die Ditib-Moscheen in Deutschland, einige stehen unter Spionage-Verdacht.

Die Verantwortlichen in der Türkei sollen allerdings die Vorwürfe zurückweisen. Schweizer Politiker wollen dem Verdacht allerdings auf den Grund gehen.

Kein Raum für einen Auftritt Cavusoglus in der Schweiz

Wann genau die beiden türkisch-schweizerischen Reisenden Probleme bekamen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Ein Zusammenhang mit der Absage des Besuchs des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusolgu in der Schweiz scheint damit nicht zu bestehen.

Cavusolgu hätte am heutigen Sonntag Mitglieder der türkischen Gemeinde treffen wollen. Doch es sei kein geeigneter Ort für das Treffen gefunden worden.

Auch in der Schweiz haben Politiker massive Bedenken, was die Besuche türkischer Regierungsvertreter angeht. Sie werben derzeit für ein Verfassungsreferendum, das die Türkei in die Nähe einer Autokratie führen könnte.

In Deutschland und den Niederlanden wurden viele dieser Besuche abgesagt. Die Beziehungen der Länder zur Türkei sind äußerst gespannt.

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(bp)

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