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Nach Einreiseverbot: Wieso die Niederlande die AKP-Ministerin ausgerechnet nach Deutschland schicken

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SAYAN KAYA
Wieso die türkische Ministerin nach dem niederländischen Einreiseverbot gerade nach Deutschland geschickt wird | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Die Niederlande haben der AKP-Ministerin Fatma Kaya die Einreise verwehrt
  • Der Bürgermeister von Rotterdam erklärte nun, warum sie ausgerechnet nach Deutschland geschickt wurde

Die türkische Familien- und Sozialministerin ist nach Angaben des Bürgermeisters von Rotterdam zu einer unerwünschten Ausländerin erklärt und zurück an die Grenze zu Deutschland geschickt worden. Wieso ausgerechnet nach Deutschland, wo ebenfalls ein hitziger Streit um Auftritts- oder gar Einreiseverbote für AKP-Politiker herrscht?

Die Regel sei, dass Fatma Betül Sayan Kaya in das Land zurückkehren müsse, aus dem sie gekommen war, sagte Bürgermeister Ahmed Aboutayeb am frühen Sonntagmorgen. Die Ministerin und ihr Konvoi seien an die Grenze eskortiert worden.

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Türkei beklagt "faschistisches Handeln"

Kaya teilte über Twitter mit, dass sie in die Stadt Nimwegen gebracht wurde. Die Art und Weise der niederländischen Behörden würde "auf der Demokratie und menschlichen Werten herumtrampeln", kritisierte die Ministerin. Sie verurteile das Handeln der Behörden "im Namen all unserer Bürger".

Kaya schrieb: "Die ganze Welt muss gegen solch ein faschistisches Handeln aktiv werden! Diese Behandlung einer Ministerin darf nicht akzeptiert werden."

Niederländische Behörden hatten der Ministerin zuvor den Zugang zum türkischen Konsulat in Rotterdam verwehrt und ihr nahegelegt, zurück nach Deutschland zu reisen.

Videoaufnahmen zeigten, wie sich der Konvoi der Ministerin und Vertreter der Rotterdamer Polizei gegenüberstanden. Die Ministerin hatte einen Wahlkampfauftritt in dem Konsulat in den Niederlanden geplant, um dort für das Referendum zu werben, das Präsident Recep Tayyip Erdogan mehr Macht zuspielen würde.

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