Frau aus Bayern klagt an: Ich habe stark geblutet und die Sanitäter haben mir nicht geholfen

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RETTUNGSDIENST
Frau aus Bayern erhebt schwere Vorwürfe gegen Sanitäter. | ullstein bild via Getty Images
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Wer im Notfall dringend Hilfe benötigt, soll den Rettungsdienst alarmieren. Das wird Kindern bereits in der Grundschule beigebracht. Auch Miriam Karg aus Fürstenfeldbruck tat das.

Geholfen wurde der 30-Jährigen allerdings nicht, berichtet sie. Sie erhebt in der Münchner Tageszeitung "Merkur" schwere Vorwürfe gegen die Sanitäter.

Ihre Anschuldigungen sind jedoch zweifelhaft.

Karg blutet stark und alarmiert den Notruf

Es ist Freitagabend, 21 Uhr. Miriam Karg geht mit einem Weinglas in der Hand die Treppe rauf. Sie stolpert, das Glas fällt runter und zerbricht. Karg fällt in die Scherben. Das Resultat: Sie blutet stark, weil zwei Finger aufgeschnitten sind.

Allerdings hat zu diesem Zeitpunkt keine Arztpraxis mehr offen. Karg ruft also bei der Einsatzleitstelle an und meldet den Notfall. Sofort wird ein Rettungswagen zu ihr geschickt.

Sanitäter wollen sie ins Krankenhaus fahren - zahlen soll sie selbst

Doch anstatt der Hilfe, die sie sich versprochen hat, kommt es anders. Für die Sanitäter liegt nämlich gar kein Notfall vor, sondern lediglich eine Bagatell-Verletzung. Ihr Kreislauf ist zu dem Zeitpunkt stabil.

Zwar sollen die Rettungskräfte angeboten haben, sie ins Krankenhaus zu fahren - für 35 Euro. Denn sobald kein Notfall vorliegt, gilt die Fahrt in die Klinik als Krankentransport. Den übernimmt die Krankenkasse nicht. Karg will allerdings gar nicht ins Krankenhaus - es reicht ihr, wenn die Sanitäter die Wunde versorgen würden.

Daraus wird jedoch nichts: Die Einsatzkräfte fahren wieder.

"Muss man erst halbtot sein, damit geholfen wird?“

Miriam Karg ist fassungslos. Im "Merkur" erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die Rettungskräfte und fragt sich: "Muss man erst halbtot sein, damit geholfen wird?“

Ein Sprecher des Rettungsdienstes erklärt der Zeitung allerdings, dass die Sanitäter vollkommen richtig gehandelt hätten. "Leichte Schnittverletzungen und Hautabschürfungen rechtfertigen keinen Notfall-Einsatz. Wir sind nicht für Hausbesuche oder häusliche Versorgung ausgelegt.“

Und weiter: Der Rettungswagen würde kein Desinfektionsspray an Bord haben.

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